Berlin liefert Kiew erstmals Militärhubschrauber
Die Bundesregierung will die Verteidigung der Ukraine nun auch mit einer Lieferung von Militärhubschraubern aus Beständen der Bundeswehr unterstützen. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) habe dem Land sechs Mehrzweckhubschrauber vom Typ »Sea King Mk41«, Zubehör- und Ersatzteilpakete sowie Ausbildung dafür zugesagt, teilte das Verteidigungsministerium am Dienstag in Berlin mit. Zuvor hatten sich die Unterstützer der Ukraine im sogenannten Ramstein-Format zu Beratungen zusammengeschaltet.
Die sechs Helikopter kommen aus Bundeswehrbeständen, die Marine hatte die Mehrzweckflieger bereits seit den Siebzigerjahren im Einsatz, allerdings wurden die Modelle mehrmals modernisiert und aufgearbeitet. Die Hubschrauber sind vor allem zum Transport von Soldaten und Material geeignet. Nach SPIEGEL-Informationen hatte die Ukraine in Berlin konkret nach Helikoptern gefragt, daraufhin prüfte das Wehrressort eine Abgabe aus Bundeswehrbeständen. In Deutschland waren die Helikopter zuletzt vor allem zur Seenotrettung eingesetzt worden. Die Truppe sondert die »Sea Kings« derzeit Schritt für Schritt aus und ersetzt sie durch modernere Modelle.
»Sea King ist ein bewährter und robuster Hubschrauber«
»Der Sea King ist ein bewährter und robuster Hubschrauber, der den Ukrainern in vielen Bereichen helfen wird: bei der Aufklärung über dem Schwarzen Meer bis hin zum Transport von Soldaten. Es ist die erste deutsche Lieferung dieser Art«, teilte Pistorius nach Bekanntgabe der Lieferung mit. Für den Schutz der ukrainischen Bevölkerung und Infrastruktur bleibe Luftverteidigung die Priorität Nummer eins. Außerdem sei mehr Tempo bei der Rüstungsproduktion nötig. Seit Kriegsbeginn umfassen die militärischen Lieferungen aus Deutschland nach Angaben des Verteidigungsministeriums etwa sechs Milliarden Euro.
Großbritannien hatte bereits Ende 2022 drei »Sea Kings« an die Ukraine geliefert. Die Flieger sind trotz ihres hohen Alters regelmäßig im Einsatz.

