Israels Armee gibt neue Erkenntnisse zum Hamas-Tunnelsystem bekannt
Das israelische Militär (IDF) hat neue Erkenntnisse zum weitreichenden Tunnelsystem der islamistischen Hamas im nördlichen Gazastreifen veröffentlicht. Eine entscheidende Rolle spiele der Palästina-Platz im Zentrum von Gaza-Stadt, teilte die Armee mit. Von dort sollen »Büros und Wohnungen der politischen sowie militärischen Hamas-Führung« unterirdisch erreichbar gewesen sein. Am Sonntag hatte die Armee bereits die Freilegung eines Tunnelnetzes im Norden des Gazastreifens bekannt gegeben.
Nach der Übernahme eines Gebiets in Gaza-Stadt seien weitere Details der »strategischen Tunnelroute« aufgedeckt worden, so die Armee. Neben Treppen ermöglichten demnach auch Aufzüge den Abstieg in das unterirdische System. In einigen Fällen seien Lebensmittel, Wasser- und elektrische Infrastrukturen gefunden worden. »Auf diese Weise konnten Hamas-Terroristen sowohl fliehen als auch für längere Zeit in ihren Verstecken bleiben«, hieß es.
Das Tunnelnetz soll den Angaben nach von den hochrangigen Funktionären der Organisation, Ismail Hanija, Jihia Sinwar, Mohammed Deif und anderen, genutzt worden sein, »um die operativen Aktivitäten der Hamas zu steuern«.
Angriffe auf Syrien und Libanon
Nach erneutem Raketenbeschuss hat Israels Militär Ziele in Syrien angegriffen. Die Abschussorte der vier Raketen sowie ein syrischer Militärposten seien beschossen worden, teilte das israelische Militär am Abend mit. Welche Gruppierung für den Abschuss aus Syrien verantwortlich ist, war zunächst unklar.
Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London bestätigte israelische Angriffe nach Raketenbeschuss im Grenzgebiet. Berichte von Opfern waren zunächst nicht bekannt.
Die israelische Luftwaffe hat laut IDF auch Stellungen der Schiitenmiliz Hisbollah im Südlibanon angegriffen. Es seien »Terror-Infrastruktur« sowie militärische Einrichtungen der Hisbollah getroffen worden, teilte die Armee mit. Darüber hinaus sei auf »eine Reihe von Terroristen, die sich vom Libanon entlang der Grenze im Gebiet Metula dem Sicherheitszaun näherten« geschossen worden. Eine Bestätigung aus dem Libanon stand zunächst aus.
Die libanesische Hisbollah-Miliz hatte zuvor von mehreren Angriffen auf Israel berichtet. Unter anderem seien israelische Soldaten bei dem Grenzort Metula beschossen worden.
Seit Beginn des Gazakriegs nach dem Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober kommt es immer wieder zu Konfrontationen an Israels Nordgrenze zum Libanon. Israels Militär hatte die eng mit dem Iran verbundene Hisbollah am Montag vor einer Verschärfung der Kampfhandlungen an der Grenze gewarnt. »Wir sind heute näher an einem Krieg als gestern«, sagte Militärsprecher Jonathan Conricus.

