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Krieg im Nahen Osten: Israel meldet Kontrolle über Hamas-Hochburg Dschabalia

December 20
03:46 2023

Israels Armee hat nach eigener Darstellung das zuvor heftig umkämpfte Dschabalia im Norden des Gazastreifens erobert. Bei dem Gebiet soll es sich um eine Hamas-Hochburg handeln. Seine Division habe »die operative Kontrolle« über den Ort erlangt, teilte ein ranghoher Kommandeur des israelischen Militärs laut einer Presseerklärung mit.

Soldaten hätten bei Gefechten in Dschabalia »Hunderte Terroristen getötet«. 500 Terrorverdächtige hätten sich zudem dort ergeben. Einige davon seien an dem Massaker am 7. Oktober beteiligt gewesen. Die Armee zerstörte eigenen Angaben zufolge unter anderem Kommandozentralen und Produktionsstätten für Raketen in der Gegend. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

Die Hamas-Behörde hatte früher am Tag mitgeteilt, dass bei israelischen Attacken auf Dschabalia mindestens 13 Palästinenser ums Leben gekommen. Am Montag hatte sie 110 Tote durch israelische Luftangriffe auf Wohnhäuser dort gemeldet. Im gesamten Gazastreifen sind nach Angaben der Behörde mindestens 214 weitere Menschen getötet und rund 300 verletzt worden. Auch diese Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Israels Präsident stellt neue Kampfpause in Aussicht

Israels Präsident Isaac Herzog hat unterdessen eine neue Kampfpause in Aussicht gestellt. »Israel ist zu einer weiteren humanitären Pause und zusätzlicher humanitärer Hilfe bereit, um die Freilassung von Geiseln zu ermöglichen«, sagte er laut einem Sprecher zu Diplomaten.

Medien hatten am Montag berichtet, Mossad-Chef David Barnea berate mit CIA-Direktor William Burns und dem katarischem Ministerpräsidenten Abdulrahman Al Thani in Warschau über neue Verhandlungen mit der islamistischen Hamas. Nach israelischen Schätzungen werden derzeit noch mindestens 109 Geiseln im Gazastreifen festgehalten. Die Hamas gebe zudem Leichen mehrerer entführter Menschen nicht heraus.

Nach international wachsender Kritik am Vorgehen der israelischen Armee und den vielen Opfern des Kriegs betonte Herzog, dass sein Land nicht gegen die Zivilbevölkerung in dem Küstengebiet kämpfe. »Sie sind nicht unsere Feinde. Wir kämpfen gegen die Hamas, sie ist der Feind.«

Israel attackiert Ziele im Libanon

Die israelische Armee hat am Dienstag eigenen Angaben zufolge nach Raketenbeschuss auch Ziele im Nachbarland Libanon angegriffen. Der Ursprungsort des Abschusses sei getroffen worden, teilte das Militär mit. Zuvor habe Israels Artillerie »mehrere Gebiete im Libanon« beschossen.

Später teilte das israelische Militär mit, Kampfjets hätten »terroristische Infrastruktur«, militärische Einrichtungen, ein Waffenlager und Abschussvorrichtungen für Raketen im Libanon angegriffen. Über mögliche Opfer in Israel oder im Libanon wurde zunächst nichts bekannt. Eine Rakete aus dem Libanon ging nach Militärangaben im israelischen Grenzort Metulla auf offenem Gelände nieder. Die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah reklamierte den Angriff für sich.

USA fordern Ende der Huthi-Attacken auf Schiffe

Die Vereinten Nationen haben die Angriffe der Huthi-Miliz im Jemen auf Schiffe im Roten Meer verurteilt. »Das behindert nicht nur die Freiheit der Schifffahrt, die ein wichtiger Teil des internationalen Rechts ist, sondern hat auch das Potenzial, Chaos im globalen Handel anzurichten, und das sehen wir auch schon«, sagte ein Uno-Sprecher in New York. Zudem drohe ein »schreckliches ökologisches Desaster, sollte ein vollgeladener Tanker im Roten Meer, was ein sehr empfindliches Ökosystem hat, explodieren«.

Auch die USA fordern ein Ende der Attacken auf Schiffe. Zum besseren Schutz der wichtigen Schifffahrtsroute, die zum Suezkanal führt, hat Washington eine neue Sicherheitsinitiative mit dem Namen »Operation Prosperity Guardian« ins Leben gerufen. Daran beteiligen sich nach US-Angaben mehrere Länder, darunter das Vereinigte Königreich, Bahrain, Kanada, Frankreich, Italien, die Niederlande, Norwegen, die Seychellen und Spanien. Deutschland prüft eine Beteiligung .

Die Huthi wollen ihre Angriffe auf Schiffe nach eigenen Angaben fortsetzen. Das neue Bündnis werde die Rebellen nicht daran hindern, ihre »Einsätze zur Unterstützung Gazas« fortzusetzen, teilte Mohammed al-Buchaiti mit, Mitglied des Politbüros der Huthi-Miliz. Das von den USA vorgeschlagene Bündnis solle »Israel schützen und die See ohne jede Rechtfertigung militarisieren«. Wer auch immer den Konflikt ausweiten wolle, müsse »die Konsequenzen seines Handelns tragen«.

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