Nachrichten in der Welt


Nachrichten der Welt

Human Rights Watch wirft Israel »Aushungern von Zivilisten« in Gaza vor

December 19
07:06 2023

Vor einer Sitzung des Uno-Sicherheitsrats zum Nahostkrieg sind am Montag erneut Vorwürfe gegen Israel wegen des militärischen Vorgehens im Gazastreifen laut geworden: »Die israelische Regierung setzt das Aushungern von Zivilisten als Methode der Kriegsführung im besetzten Gazastreifen ein, was ein Kriegsverbrechen darstellt«, erklärte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell beklagte einen »entsetzlichen Mangel an Differenzierung« und verwies auf die Tötung von Gläubigen während des Gebets sowie die versehentliche Erschießung israelischer Geiseln durch die israelische Armee.

»Israelische Kräfte blockieren vorsätzlich die Lieferung von Wasser, Lebensmitteln und Treibstoff, behindern absichtlich die humanitäre Hilfe, zerstören offenbar landwirtschaftliche Flächen und berauben die Zivilbevölkerung der für ihr Überleben unentbehrlichen Güter«, kritisierte Human Rights Watch.

Israel warf der Menschenrechtsorganisation daraufhin Antisemitismus vor. Diese sei eine »antisemitische und antiisraelische Organisation«, erklärte die israelische Regierung. HRW habe die Angriffe der islamistischen Hamas auf israelische Bürger am 7. Oktober nicht verurteilt und habe »keine moralische Grundlage, um darüber zu sprechen, was in Gaza passiert, wenn sie die Augen vor dem Leid und den Menschenrechten der Israelis verschließen«, sagte Außenministeriumssprecher Lior Haiat der Nachrichtenagentur AFP.

Israel hatte am Freitag eingeräumt, dass Soldaten im Gazastreifen versehentlich drei israelische Geiseln getötet hatten, die ihren Geiselnehmern entkommen waren – und der Armee zufolge eine weiße Flagge gezeigt hatten.

Das Lateinische Patriarchat von Jerusalem gab zudem an, ein Scharfschütze der israelischen Armee habe eine Frau und ihre Tochter, die Schutz in einer Kirche in Gaza gesucht hätten, »kaltblütig« getötet. Die Armee sicherte zu, den Vorfall zu untersuchen. Vorläufigen Ergebnissen zufolge hätten israelische Truppen »eine Bedrohung in der Gegend der Kirche identifiziert«.

WHO zeigt sich entsetzt über Angriffe auf Krankenhaus – Israel kontert

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warf Israel derweil vor, ein Krankenhaus im Norden des Gazastreifens de facto zerstört zu haben. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus äußerte sich im Kurzbotschaftendienst X »entsetzt über die faktische Zerstörung des Kamal-Adwan-Krankenhauses im nördlichen Gazastreifen in den vergangenen Tagen«.

Die israelische Vertretung bei den Vereinten Nationen warf Tedros als Reaktion vor, nicht darauf hingewiesen zu haben, dass sich die Hamas in dem Krankenhaus verschanzt habe. Zudem habe die israelische Armee vor dem Angriff ein »humanitäres Fenster« eingeräumt und der Großteil des Krankenhauses sei evakuiert worden.

Neue Verhandlungen zu Gefangenenaustausch

Während die Kämpfe mit der islamistischen Hamas im Gazastreifen erbittert weitergehen, lotet Israel unterdessen neue Verhandlungen über die Freilassung von Geiseln aus. Mossad-Chef David Barnea berate mit CIA-Direktor William Burns und dem katarischen Regierungschef Abdulrahman Al Thani in Warschau, meldete die Zeitung »Haaretz« am Montag. Katar unterhält gute Beziehungen zur Hamas.

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin begann derweil eine mehrtägige Reise in die Region. Bei einem Treffen mit Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu mahnte Austin laut israelischen Angaben mehr humanitäre Hilfe für die palästinensische Zivilbevölkerung im Gazastreifen an. US-Präsident Joe Biden hatte angesichts der vielen im Gazastreifen getöteten Zivilisten und der immer dramatischeren humanitären Lage kürzlich gewarnt, Israel beginne, in der ganzen Welt an Unterstützung zu verlieren. Netanyahu bekräftigte indes die Entschlossenheit seines Landes, einen »vollständigen Sieg gegen die Hamas« zu erringen.

Neueste Beiträge

10:53 Online Casinos im Marktüberblick – Entwicklungen, Trends und wichtige Kriterien

0 comment Read Full Article