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»Haben Grund zur Annahme, dass diese Angriffe (…) in vollem Umfang von Iran unterstützt werden«

December 04
10:25 2023

Die Spannungen im Roten Meer nehmen zu. Zuletzt haben die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen ihre Angriffe auf Handelsschiffe in dem Seegebiet intensiviert. Die Rebellen aus dem Jemen attackierten am Sonntag erneut mehrere Frachter in dem Seegebiet. Ein Zerstörer der US-Marine kam den Schiffen zu Hilfe und schoss mehrere Drohnen ab.

Das US-Militär teilte mit, es sei noch unklar, ob der Zerstörer USS »Carney« selbst Ziel einer der versuchten Drohnen-Attacken gewesen sei. Die Huthis selbst reklamierten Angriffe auf zwei Schiffe für sich und drohten einmal mehr mit weiteren Attacken auf israelische Frachter.

Vorbei an der jemenitischen Küste führt einer der wichtigsten Schifffahrtswege der Welt vom und zum Suezkanal in Ägypten. Dieser Kanal verbindet das Mittelmeer mit dem Roten Meer und bietet damit die kürzeste Verbindung auf dem Seeweg von Asien nach Europa. Etwa zehn Prozent des gesamten Welthandels laufen über das Rote Meer.

Die Huthi-Rebellen im Jemen hatten bereits zuvor mit Angriffen auf »sämtliche Schiffe« mit Bezug zu Israel gedroht – als Reaktion auf den Krieg Israels gegen die islamistische Hamas im Gazastreifen. Es seien alle Schiffe ein Ziel, die unter der Flagge Israels führen, die im Besitz israelischer Unternehmen seien oder die von israelischen Firmen betrieben würden, hatte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari mitgeteilt. Diese Drohung wiederholte er am Sonntag und erklärte, die Rebellen hätten zwei israelische Schiffe in der Meerenge Bab al-Mandab mit einer Rakete sowie einer Drohne attackiert. Es handele sich um die Schiffe »Unity Explorer« und »Number 9«.

Israels Armeesprecher Daniel Hagari betonte, die beiden Schiffe hätten keine Verbindung zum Staat Israel. Eines der Schiffe sei erheblich beschädigt worden und in Seenot. Es drohe zu sinken.

Zerstörer reagierte auf Notruf der Handelsschiffe

Das zuständige Regionalkommando des US-Militärs Centcom teilte am Sonntagabend (Ortszeit) mit, es habe am Sonntag vier Angriffe auf drei verschiedene Handelsschiffe gegeben, die im Roten Meer unterwegs gewesen seien. Der dort patrouillierende Marine-Zerstörer USS »Carney« habe auf Notrufe der Frachter reagiert und Hilfe geleistet.

Das Schiff »Unity Explorer«, das unter der Flagge der Bahamas fahre und in britischem Besitz sei, sei gleich zwei Mal Ziel von Attacken gewesen. Die Raketen seien beide Male aus von den Huthi-Rebellen kontrollierten Gebieten im Jemen abgefeuert worden. Eine Rakete sei in der Nähe des Schiffes eingeschlagen, eine weitere habe den Frachter getroffen. Es habe leichte Schäden gegeben.

Das US-Militär teilte weiter mit, eine weitere Rakete aus Huthi-Gebieten habe den Frachter »Number 9« getroffen, der unter panamaischer Flagge fahre und Besitzer von den Bermudas und aus Großbritannien habe. Das Schiff sei beschädigt worden. Außerdem habe ein Schiff mit dem Namen »Sophie II«, das unter der Flagge Panamas fahre, einen Raketeneinschuss gemeldet. Details zur Herkunft der Rakete nannten die Amerikaner in diesem Fall nicht.

USA: »Direkte Bedrohung für den internationalen Handel und die Sicherheit im Seeverkehr«

Der US-Zerstörer fing bei der Serie an Attacken nach Militärangaben mehrere Drohnen ab, die aus Huthi-Gebieten gestartet seien – eine davon sei auf die USS »Carney« selbst zugeflogen. Es lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht beurteilen, ob der Zerstörer das Ziel gewesen sei. »Das US-Schiff wurde nicht beschädigt und es gab keine Verletzten«, hieß es weiter.

Das US-Militär beklagte aber: »Diese Angriffe stellen eine direkte Bedrohung für den internationalen Handel und die Sicherheit im Seeverkehr dar.« Sie gefährdeten das Leben internationaler Besatzungen. »Wir haben auch allen Grund zur Annahme, dass diese Angriffe zwar von den Huthis im Jemen verübt, aber in vollem Umfang von Iran unterstützt werden.« Die USA würden nun in Abstimmung mit internationalen Partnern alle geeigneten Maßnahmen diskutieren.

Im Roten Meer hatte es in den vergangenen Wochen bereits andere Zwischenfälle dieser Art gegeben. Die USS »Carney« schoss zuletzt mehrere Marschflugkörper und Drohnen ab, die nach US-Angaben von Huthi-Rebellen im Jemen gestartet worden sein sollen. Die Rebellen kaperten Mitte November außerdem ein Frachtschiff, das zum Teil einem britisch-israelischen Geschäftsmann gehört. Die Huthis hatten 2014 weite Teile des Jemen eingenommen und kontrollieren nun große Gebiete im Norden samt der Hauptstadt Sanaa.

Seit dem Beginn des Gazakrieges haben Angriffe Iran-naher Gruppen auf US-Kräfte im Nahen Osten zugenommen. Dies nährt Sorgen vor einer noch größeren Eskalation in der Region.

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