König Charles’ Eröffnungsrede bei der COP28: »Unsere eigene Überlebensfähigkeit ist gefährdet«
König Charles hat sich zum Auftakt der Weltkonferenz erstmals als Monarch an die rund 140 teilnehmenden Staats- und Regierungschefs gewandt. Er sagte, er sei gerührt gewesen, als er gebeten wurde, bei der Eröffnung der COP21 in Paris zu sprechen, die in dem bahnbrechenden Pariser Abkommen gipfelte, und fügte hinzu: »Ich bete von ganzem Herzen, dass die COP28 ein weiterer entscheidender Wendepunkt hin zu echten Transformationsmaßnahmen sein wird, und das zu einer Zeit, in der wir bereits, wie Wissenschaftler seit Langem warnen, alarmierende Kipppunkte erreichen.«
Er sei sehr besorgt darüber, dass die Menschheit so weit vom Weg abgekommen sei, die Klimakrise zu bewältigen: »Wenn wir nicht schnell die auf Harmonie und Gleichgewicht basierende Wirtschaft der Natur, die uns letztlich erhält, reparieren und wiederherstellen, wird unsere eigene Wirtschaft und Überlebensfähigkeit gefährdet sein.«
König Charles gehört zu den führenden Persönlichkeiten und Politikern, die an der Weltklimakonferenz in Dubai teilnehmen, auch COP28 genannt. Er ist im Namen der britischen Regierung und auf Einladung des Gastgebers, der Vereinigten Arabischen Emirate, vor Ort.
Charles gilt als grüner Vordenker: Seit Jahrzehnten warnt der heutige britische König vor einem Raubbau an der Natur und stellte zum Beispiel auf seinen Gütern in Großbritannien sehr früh auf ökologische Landwirtschaft um.
Die 23 wichtigsten Fragen und Antworten zur Weltklimakonferenz lesen Sie hier in unseren COP-FAQ.
Fossile Energie: Nicht Reduzierung, sondern Schlusspunkt gefordert
Auch Uno-Generalsekretär António Guterres sprach zum Auftakt des Gipfeltreffens. Er hat zu einem raschen Aus für die Nutzung fossiler Energieträger aufgerufen. »Wir können einen brennenden Planeten nicht retten mit einem Feuerwehrschlauch aus fossilen Brennstoffen«, sagte Guterres in Dubai. Stattdessen müsse der Umstieg auf erneuerbare Energien beschleunigt werden.
Das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu beschränken, lässt sich nur einhalten, wenn »wir das Verbrennen aller fossilen Brennstoffe beenden«, stellte Guterres klar. Es gehe nicht um eine Reduzierung, sondern um einen Schlusspunkt, sagte der Uno-Generalsekretär mit Verweis auf die Erkenntnisse des Weltklimarats IPCC. Auf dem Spiel stehe nichts anderes als »das Schicksal der Menschheit«.
Guterres wandte sich auch direkt an die Unternehmen der fossilen Energiewirtschaft. Diese sollten sich von »einem überholten Geschäftsmodell verabschieden«. Die Regierungen sollten dies durch entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen, die Bepreisung von CO₂-Emissionen und ein Ende von Subventionen für die fossile Wirtschaft unterstützen.
Zwei Wochen Zeit für mehr Klimagerechtigkeit
Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva begann seine Rede mit einem Zitat der kenianischen Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai. »Die Generation, die die Umwelt zerstört, ist nicht die Generation, die den Preis dafür zahlt«, sagte sie. Lula bezog sich dabei auf die Frage der Klimagerechtigkeit und die Höhe der Gelder, die die reichen Länder zugesagt haben, damit sich die Entwicklungsländer anpassen können.
Helfen soll der Loss and Damage Fonds (L&D). Mit dem Geld sollen stark betroffene Nationen, unterstützt und entschädigt werden. Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate haben jüngst verkündet, den Katastrophenfonds für arme Länder ankurbeln zu wollen. Dafür sollen insgesamt 200 Millionen Dollar bereitgestellt werden.
Während der Klimakonferenz kommen in Dubai die 198 Vertragsparteien (197 Länder sowie die Europäische Union) zusammen, um über weltweite Klimaziele und Verantwortlichkeiten zu beraten. Mehr als 70.000 Teilnehmende sind erwartet. Darunter Staats- und Regierungschefs, Ministerinnen und Minister, Beamte, Wirtschaftsvertreter, Forschende, NGOs, Indigene und Aktivisten aus aller Welt. Die Konferenz dauert grundsätzlich zwei Wochen. Es ist jedoch nicht unüblich, dass die Konferenz um ein paar Tage verlängert wird, um doch noch eine gemeinsame Abschlusserklärung auf den letzten Metern zu erzielen.

