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Russland untersucht Absturz von Jewgeni Prigoschin-nicht nach internationalen Regeln

August 30
04:08 2023

Russland will nach Angaben der brasilianischen Luftfahrtbehörde keine internationale Untersuchung des Flugzeugabsturzes, bei dem Söldnerchef Jewgenij Prigoschin ums Leben kam. Die Regierung in Moskau habe der brasilianischen Luftfahrtbehörde Cenipa mitgeteilt, dass sie »vorerst« keine Untersuchung des Absturzes nach internationalen Regeln einleiten werde, teilte das brasilianische Zentrum für Forschung und Prävention von Luftfahrtunfällen (Cenipa) am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters mit.

Im Interesse der Verbesserung der Flugsicherheit hatte Cenipa zuvor erklärt, sich auf Einladung einer Untersuchung unter russischer Leitung anzuschließen, wenn diese nach internationalen Regeln durchgeführt werde.

Nach Angaben der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation der Vereinten Nationen (ICAO) mit Sitz in Montreal unterliegen Inlandsflüge, wie Prigoschins Flug von Moskau nach St. Petersburg, nicht den internationalen Vorschriften.

Prigoschin, zwei hochrangige Generäle seiner Wagner-Gruppe und vier Leibwächter gehörten zu den zehn Menschen an Bord der in brasilianischen Embraer-Maschine, die vergangene Woche nördlich von Moskau abstürzte. Spekuliert wird seitdem, ob Kremlchef Wladimir Putin das Flugzeug als Rache für Prigoschins Aufstand vor zwei Monaten abschießen ließ. Diesen Verdacht haben die USA und andere westliche Regierungen geäußert. Möglich wäre aber auch, dass Prigoschin seinen Tod nur fingiert hat, um abtauchen zu können.

Laut den Angaben auf der Plattform »Planespotters« handelte es sich um ein 16 Jahre altes Flugzeug, hergestellt in Brasilien. Demnach wurde der Jet im Jahr 2007 zunächst an die slowenische Fluggesellschaft Linxair ausgeliefert und wechselte danach mehrmals den Besitzer, bis er im Jahr 2020 an die Wagner-Truppe ging. Die USA sollen das Flugzeug auf die Sanktionsliste gesetzt haben. In diesem Fall darf es die Lufträume der Europäischen Union und der USA nicht überfliegen.

Modell der Unglücksmaschine galt als sicher

Der Flugzeughersteller Embraer ist auf die Produktion von kleineren Flugzeugen spezialisiert, die auch als Privatjets fliegen. Bei der nun abgestürzten Maschine handelt es sich um eine Legacy 600. Unter Experten gilt die Maschine als sicher.

Laut einer Enzyklopädie für Flugzeuge ist der Jet für 14 Passagiere ausgerichtet. Angetrieben wird er von zwei Rolls-Royce-Motoren und fliegt gut 12.000 Meter hoch mit bis zu 833 Kilometern pro Stunde. Die Reichweite liegt bei etwa 6000 Kilometern.

Die Legacy 600 wurde im Jahr 2002 in Dienst gestellt, heißt es auf der Website für Flugverkehr »International Aviation HQ«. Demnach sind bis zum Jahr 2020 fast 300 Stück produziert worden. Seit dem Jahr 2020 ist die Produktion eingestellt.

Laut der Website ist bisher nur ein einziger anderer Vorfall mit einer Legacy 600 bekannt. Im Jahr 2006 stieß einer der Jets auf dem Weg vom Embraer-Werk in Brasilien in Richtung USA mit einer Boeing 737–800 zusammen. Obwohl die Legacy 600 dabei beschädigt wurde, konnte der Pilot das Flugzeug landen – alle Personen an Bord blieben unverletzt. Die Boeing stürzte dagegen ab, alle 154 Menschen in der Maschine kamen ums Leben.

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