Ukraine: Schriftstellerin Victoria Amelina erliegt Verletzungen nach russischem Angriff
Nach einem russischen Raketenangriff auf die Stadt Kramatorsk ist die preisgekrönte ukrainische Schriftstellerin Victoria Amelina an ihren Verletzungen gestorben. Das teilte der Schriftstellerverband PEN Ukraine auf Facebook mit.
Am Dienstag hatte eine russische Rakete ein ukrainisches Pizzarestaurant in der östlichen Stadt Kramatorsk getroffen. Amelina ist inzwischen das 13. Opfer, das bei dem Angriff ums Leben gekommen ist.
Kramatorsk steht unter ukrainischer Kontrolle, liegt aber nur etwa 30 Kilometer von der Front entfernt. Vor dem Krieg lebten dort 150.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Die Stadt ist ein wichtiger Bahnknotenpunkt und beherbergt militärische Einrichtungen.
Die 37-jährige Amelina befand sich mit einer Delegation kolumbianischer Journalisten und Schriftsteller in der beliebten Pizzeria, als die Rakete einschlug. Etwa 60 weitere Personen wurden bei dem Angriff verletzt. Menschenrechtsaktivisten sprechen bereits von einem Kriegsverbrechen.
Amelina wurde mit ihren Verletzungen in ein Krankenhaus in Dnipro gebracht, erlag aber am Freitag den Folgen, schreibt PEN Ukraine. Der Schriftstellerverband erklärte, die Ärzte hätten alles getan, um ihr Leben zu retten, aber leider seien ihre Verletzungen tödlich gewesen.
»Mit großem Schmerz teilen wir Ihnen mit, dass das Herz der Schriftstellerin Victoria Amelina am 1. Juli aufgehört hat zu schlagen«, schreibt der Verband in einer Erklärung. »In den letzten Tagen von Victorias Leben waren ihre Familie und Freunde an ihrer Seite«.
»Jetzt ist Victoria selbst Opfer eines Kriegsverbrechens geworden«
Amelina war eine der bekanntesten jungen Schriftstellerinnen der Ukraine. Nach der russischen Invasion hatte sie begonnen, Kriegsverbrechen zu dokumentieren und mit Kindern in der Nähe der Front zu arbeiten. Ihr erstes Sachbuch in englischer Sprache, »War and Justice Diary: Looking at Women Looking at War« soll demnächst veröffentlicht werden.
Sie hatte dazu mit Menschen beider Seiten an der Front gesprochen. »Jetzt ist Victoria selbst Opfer eines Kriegsverbrechens geworden«, hieß es in einem früheren Statement der PEN.

