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»Das ist keine Show, bei der die ganze Welt zuschaut und Wetten abschließt«

July 01
19:18 2023

Jeden Tag rückten seine Truppen in der laufenden Gegenoffensive voran, sagte der ukrainische Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj der »Washington Post« in einem Interview, »auch wenn es nur fünfhundert Meter sind«. Jeder Meter des Vormarsches sei mit Blut erkämpft und zudem deutlich verlangsamt angesichts der fehlenden Luftunterstützung durch den Westen. »Das macht mich so wütend«, sagte der General. Die in den USA hergestellten F-16-Kampfjets, die der Ukraine versprochen worden seien, würden im besten Fall im Herbst eintreffen. Es fehle an Munition. Seine Truppen müssten täglich mindestens so viele Artilleriegranaten abfeuern wie die russische Seite, sagte Saluschnyj, aber der Feind habe die zehnfachen Ressourcen.

»Das ist keine Show, bei der die ganze Welt zuschaut und Wetten abschließt«, sagte Saluschnyj in seinem Büro im Hauptquartier des ukrainischen Generalstabs. Entlang der ukrainischen Westgrenzen seien so viele Jets der Nato in der Luft. »Warum können wir nicht mindestens ein Drittel davon hier einsetzen?«, fragte Saluschnyj. Nur mit mehr Unterstützung könne die russische Luftüberlegenheit gebrochen werden.

Die bekannt gewordenen Verluste von westlichen Panzern in den ersten Tagen der ukrainischen Offensive seien normal, sagte er. »Wir haben die Leopard-Panzer nicht für Paraden oder für Fotos von Politikern und Stars bekommen«, sagte er. Sie seien für den Kriegseinsatz da. »Und ein Leopard auf dem Schlachtfeld ist kein Leopard, sondern ein Ziel«, unterstrich der Oberbefehlshaber. Westlichen Medienberichten zufolge haben die ukrainischen Truppen in den ersten Tagen ihrer Gegenoffensive bis zu einem Fünftel der gelieferten westlichen Panzertechnik verloren.

Meuterei habe kaum Einfluss auf das Frontgeschehen gehabt

Die Meuterei der russischen Wagner-Söldner habe entgegen aller Behauptungen keinen großen Einfluss auf das Frontgeschehen gehabt, sagte Saluschnyj. Die Männer von Prigoschins Privatarmee hätten die Front bereits verlassen, nachdem sie vor einem Monat die hart umkämpfte Stadt Bachmut erobert hatten. Er habe nicht das Gefühl gehabt, dass die Verteidigung irgendwo nachgelassen habe.

Die Ukraine wehrt mit westlicher Hilfe seit über 16 Monaten eine russische Invasion ab. Einschließlich der bereits 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim besetzen russische Truppen derzeit gut ein Fünftel des ukrainischen Staatsgebiets.

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