Schwerin: AfD-Kandidat Leif-Erik Holm unterliegt in Stichwahl
Die Wähler in Schwerin haben den Machtwechsel im Rathaus abgewendet: Im Rennen um das Rathaus hat der amtierende Oberbürgermeister Rico Badenschier die Stichwahl für sich entschieden. Auf den SPD-Politiker entfielen laut Zwischenergebnis der Wahlleitung 67,8 Prozent der Stimmen, Herausforderer Leif-Erik Holm von der AfD kam auf 32,2 Prozent.
Die Wahl hatte bundesweite Brisanz: Mit Holm hat es erstmals ein AfD-Kandidat in die Stichwahl in einer deutschen Landeshauptstadt geschafft. Im ersten Wahldurchgang am 4. Juni war Holm mit 27,4 Prozent der Stimmen auf Platz zwei vor dem CDU-Kandidaten gelandet. Badenschier kam auf 42 Prozent. Da keiner eine 50-Prozent-Mehrheit hinter sich versammeln konnte, mussten beide in die für diesen Sonntag angesetzte Stichwahl.
Badenschier hatte zuletzt ein breites Bündnis hinter sich versammelt. Neben seiner eigenen Partei hatten auch die Grünen und die Linkspartei zur Wahl des SPD-Kandidaten aufgerufen. Zuletzt stellte sich auch die CDU hinter den Kandidaten. Lediglich der FDP-Kreisverband hatte als einzige der zuvor unterlegenen Parteien auf eine Wahlempfehlung für Badenschier verzichtet. Holm konterte in der Woche vor der Wahl mit einem neu gedruckten Plakat: »Alle gegen einen, einer für Schwerin« .
Ausgesprochen gute Wahlbeteiligung
Die Wahlbeteiligung lag bei 49,4 Prozent. In einer Stichwahl fällt die Wahlbeteiligung traditionell niedrig aus – dass nun knapp die Hälfte der Schwerinerinnen und Schweriner gewählt hat, galt für die Wahlleitung als ausgesprochen gute Beteiligungsrate.
Für die AfD ist es nicht die erste verlorene Stichwahl von Bedeutung. Bereits 2018 hatten die Rechtsextremen die Chance, in Gera erstmals einen Oberbürgermeister zu stellen, im vergangenen Jahr erneut in Cottbus. Und erst vor Kurzem war im brandenburgischen Oder-Spree-Kreis beinahe ein AfD-Mann zum Landrat gewählt worden. In allen drei Fällen scheiterte die AfD in der Stichwahl.
Bereits kommenden Sonntag steht erneut eine Stichwahl an: Im thüringischen Sonneberg hofft die AfD auf ein Landratsamt.

