Grand Jury befragt Trumps ehemaligen Stabschef Meadows
In den zahlreichen Ermittlungen gegen Donald Trump hat nun dessen ehemaliger Stabschef Mark Meadows ausgesagt. Berichten zufolge wurde er im Zusammenhang mit den Untersuchungen eines Sonderermittlers gegen den ehemaligen Präsidenten befragt.
Meadows habe vor einem Geschworenengremium – einer sogenannten Grand Jury – ausgesagt, berichtete am Dienstagabend (Ortszeit) unter anderem die »New York Times« unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen. Das US-Justizministerium hatte im November den Sonderermittler Jack Smith eingesetzt, um die Ermittlungen gegen Trump zu beaufsichtigen.
Smith soll sich zum einen mit den Untersuchungen im Zusammenhang mit geheimen Regierungsdokumenten befassen, die Trump nach dem Ausscheiden aus dem Amt in seinem Privatanwesen Mar-a-Lago aufbewahrte.
Zum anderen soll er sich um Ermittlungen zur Attacke auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 kümmern. Der Zeitung zufolge war es offen, ob Meadows zu einem der beiden Fälle oder zu beiden befragt worden sei. Es sei auch nicht genau klar, wann der 63-Jährige ausgesagt habe, hieß es weiter.
»Ohne zu kommentieren, ob Herr Meadows vor der Grand Jury oder in einem anderen Verfahren ausgesagt hat oder nicht, hat sich Herr Meadows verpflichtet, die Wahrheit zu sagen, wenn er gesetzlich dazu verpflichtet ist«, zitierte die »New York Times« einen Anwalt des ehemaligen Stabschefs.
Meadows wurde im März 2020 von Trump zum Stabschef berufen und war auch in entscheidenden Momenten nach der Präsidentenwahl im selben Jahr im Weißen Haus anwesend – so etwa auch rund um die Ereignisse der tödlichen Kapitol-Attacke.
Anhänger Trumps hatten damals den Parlamentssitz in Washington erstürmt. Dort war der Kongress zusammengekommen, um den Wahlsieg von Trumps demokratischem Herausforderer Joe Biden formal zu bestätigen. Die wütende Menge wollte das verhindern.
Tonband soll brisante Aussagen enthalten
Erst vor einer knappen Woche waren Ermittelnde auf eine Tonaufnahme aus dem Sommer 2021 gestoßen, in der Trump den Besitz eines als geheim eingestuften Pentagon-Dokuments eingeräumt habe.
Dabei habe er deutlich gemacht, dass ihm bewusst sei, nach dem Verlassen des Weißen Hauses vertraulich eingestuftes Material mitgenommen zu haben. Das könnte Trumps Argumentation untergraben, er habe jegliches Material, das nach dem Ausscheiden aus dem Amt bei ihm gefunden worden sei, zuvor freigegeben – also die Geheimhaltung der Unterlagen aufgehoben.
Die Bundespolizei FBI hatte Trumps Privatanwesen Mar-a-Lago in Florida im vergangenen August durchsucht und diverse Verschlusssachen beschlagnahmt, einige mit höchster Geheimhaltungsstufe.
Der Republikaner kritisiert die zahlreichen Ermittlungen gegen ihn als politisch motiviert und behauptet, es handele sich lediglich um einen Versuch seiner Gegner, ihn am Wiedereinzug ins Weiße Haus zu hindern. Trump hatte im vergangenen November offiziell verkündet, er wolle bei der Präsidentschaftswahl im November 2024 erneut als Bewerber antreten.

