Kellyanne Conway verlässt das Weiße Haus
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Foto: Cheriss May / REUTERS
Donald Trumps Beraterin und Wahlkampf-Managerin hört auf. Ende des Monats werde sie das Weiße Haus verlassen, um sich auf ihre Familie zu konzentrieren, teilte Kellyanne Conway, 53, mit. Der Zeitpunkt kommt denkbar ungünstig für Trump – am 3. November steht er gegen Joe Biden zur Wiederwahl. Mit ihrem Mann sei sie sich zwar "über vieles nicht einig, aber vereint sind wir bei dem, was am wichtigsten ist: den Kindern", twitterte die vierfache Mutter. In ihrem Leben werde es künftig "weniger Drama, mehr Mama" geben.
Conway war seit 2016 als Beraterin im Weißen Haus, zuvor war sie als Managerin ein entscheidender Faktor bei Trumps Wahlsieg. Seitdem gilt die Politologin, Juristin und Demoskopin als erste Frau in den USA, die erfolgreich eine Präsidentschaftskampagne geleitet hat. Conway war während Trumps gesamter bisheriger Präsidentschaft im Amt – zahlreiche andere im Team wurden gefeuert oder warfen das Handtuch.
Die Gründerin eines Meinungsforschungsinstituts zählt zu einer seiner loyalsten Weggefährten, obwohl Trump ihren Mann nach Kritik an seiner Person als "Ehemann aus der Hölle" bezeichnete. George Conway sagte, er halte Trump "für sein Amt geistig ungeeignet".
In einer separaten Erklärung auf Twitter teilte George Conway mit, er werde das Lincoln Project verlassen, eine Initiative der Republikaner mit der erklärten Mission, "Trump und Trumpismus an der Wahlurne zu besiegen".
Für Aufsehen sorgte Conway auch durch den von ihr geprägten Begriff der "alternativen Fakten". Mit dem Ausdruck suchte sie kurz nach Trumps Amtsantritt im Januar 2017 zu rechtfertigen, dass der damalige Präsidentensprecher Sean Spicer stark übertreibende Aussagen zu den Teilnehmerzahlen an Trumps Vereidigung gemacht hatte. Kritiker des Präsidenten sahen das Wort von den "alternativen Fakten" als Beleg dafür, dass der Präsident und sein Team Falschbehauptungen und Verdrehungen von Fakten zur Grundlage ihrer Außendarstellung gemacht hatten.
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