Amazon: Händler und Mitarbeiter klagen an
Icon: vergrößernKonzernchef Bezos:Amazon ist in der Krise so unverzichtbar wie angreifbar geworden
Foto: Drew Angerer/ AFP
Anhörungen vor dem amerikanischen Kongress in Washington sind für die Chefs der großen US-Konzerne oft Polittheater und Prangerstrafe in einem. Das ganze Land schaut via TV zu, wie sie sich winden, ob sie an der falschen Stelle lächeln oder zu lange schweigen. Mark Zuckerberg (Facebook), Sundar Pichai (Google) und Tim Cook (Apple) mussten sich der Prozedur bereits stellen. Nur Jeff Bezos konnte sich bisher erfolgreich drücken. Wie es aussieht, nicht mehr lange: Auch der Amazon-Boss wird sich demnächst den quälenden Fragen von Abgeordneten stellen müssen.
Es wird um die Marktmacht seines Konzerns gehen, um als unfair kritisierte Geschäftspraktiken und wohl auch um den Umgang mit seinen Angestellten während der Coronakrise. Schon die Ankündigung der Vorladung war betont frostig gehalten. "Obwohl wir erwarten, dass Sie freiwillig aussagen", schrieben die zuständigen Mitglieder des Wettbewerbsausschusses im Mai an Bezos, "behalten wir uns das Recht vor, wenn nötig auf Zwangsmaßnahmen zurückzugreifen." Nach anfänglichem Widerstand signalisierte Bezos schließlich Bereitschaft, nach Washington zu kommen. Die Anhörung soll laut US-Medien im späten Juli stattfinden, ob virtuell oder vor Ort steht noch nicht fest.

