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Coronakrise: Mehrheit der Deutschen hält Lockdown für notwendig – Umfrage

October 27
22:39 2020
Straße in Berlin-Neukölln: Was beschließen die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten? Icon: vergrößern

Straße in Berlin-Neukölln: Was beschließen die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten?

Foto: Maja Hitij / Getty Images

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will in der Coronakrise einen erneuten deutschlandweiten Lockdown unbedingt verhindern – sein schleswig-holsteinischer Kollege Daniel Günter (CDU) kündigt derweil bereits striktere Kontaktbeschränkungen in seinem Bundesland an. Auch Kanzlerin Angela Merkel drückt aufs Tempo – und ließ die geplante Videokonferenz mit den Länderchefs um zwei Tage vorverlegen.

Als wahrscheinlich gilt dabei, dass Bund und Länder sich angesichts der weiter massiv steigenden Corona-Infektionszahlen auf zusätzliche, strengere Schutzmaßnahmen verständigen. In einem Entwurf für einen Beschlussvorschlag, der in den SPD-geführten Ländern und Thüringen diskutiert wird, ist bereits von einem "schrittweisen Herunterfahren des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens" die Rede – einem stufenweisen Lockdown also.

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für den SPIEGEL zeigt, dass eine Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger die Einführung umfassender Kontaktbeschränkungen für geboten hält. Rund 63 Prozent der mehr als 5000 Befragten sagen, dies sei "auf jeden Fall" oder "eher" notwendig. Ein knappes Drittel hält härtere Maßnahmen dagegen nicht für notwendig.

Die Anhänger der AfD stehen neuen Beschränkungen besonders kritisch gegenüber. Der Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Alexander Gauland, ließ jüngst verlauten, der "immense Schaden" eines weiteren Lockdowns stehe "in keinem Verhältnis zum nicht nachweisbaren Nutzen". Die Unterstützer der Partei sehen das offenbar ähnlich: Nur jeder fünfte AfD-Wähler hält umfassende Beschränkungen für notwendig.

In der Frage herrscht große Ähnlichkeit zur FDP. Auch deren Anhänger halten mit großer Mehrheit einen neuen Lockdown nicht für geboten. Unterstützer von Union, SPD oder Grünen befürworten dagegen mehrheitlich striktere Kontaktbeschränkungen.

Auffällig ist zudem, dass Menschen mit Kindern im Haushalt sich eher (38 Prozent) gegen neue Einschränkungen aussprechen – bei Schul- und Kitaschließungen müssten sie den Nachwuchs wieder komplett selbst betreuen. In kinderlosen Haushalten ist der Widerstand gegen härtere Corona-Maßnahmen dagegen geringer, nur rund 28 Prozent halten dort striktere Maßnahmen nicht für notwendig.

Steigende Unzufriedenheit über Krisenmanagement der Regierung

Angesichts der massiv steigenden Infektionszahlen sinkt derweil die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger mit dem Kurs der Bundesregierung.

Inzwischen geben nur noch rund 55 Prozent der Befragten an, mit dem Corona-Krisenmanagement der Regierung Merkel zufrieden zu sein. Vor drei Wochen hatte der Wert noch etwa zehn Prozentpunkte höher gelegen.

Icon: Der Spiegel

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