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Corona in Spanien: «Ich kann nicht glauben, dass wir nichts gelernt haben»

21 сентября
07:58 2020
Krankenpflegerin Cristóbal Icon: vergrößern

Krankenpflegerin Cristóbal

Foto: Susana Giron / DER SPIEGEL

Rhut Cristóbal weiß, wie es sich anfühlt, von einer Pandemie überrollt zu werden. Sie hat es ja schon einmal erlebt, vor einem halben Jahr, im März, in ihrem Gesundheitszentrum in Vallecas, einem Arbeiterviertel im Süden Madrids. Plötzlich kamen die Patienten mit Schweiß auf der Stirn. Sie hatten Atemnot. Noch im Warteraum fiel der Sauerstoffgehalt ihres Bluts ab.

In dieser Zeit lagerte Madrids Verwaltung die Toten in Eislaufhallen, sie errichtete Feldlazarette. Cristóbal arbeitete bis zur Erschöpfung. Die Krankenpflegerin, eine kleine, drahtige Frau mit energischem Blick, 38 Jahre alt, sah Menschen sterben, sie versuchte, Angehörige zu beruhigen, und raste im Auto zu Hausbesuchen. Oft kam sie zu spät. Erst nach wochenlangem, hartem Lockdown endete das Drama.

Jetzt holt die Pandemie Spanien wieder ein. An einem Montag im September hetzt Rhut Cristóbal über den Flur des Gesundheitszentrums. Links und rechts auf den Bänken drehen sich die Köpfe der wartenden Patienten zu ihr. Draußen reicht die Schlange bis um die Straßenecke. Der Andrang ist fast so groß wie im März. Drei Viertel der Tests im Gesundheitszentrum sind positiv. Ein keuchender Mann mit Schweißperlen auf der Stirn schleppt sich ins Wartezimmer. Cristóbal sagt: "Die zweite Welle ist da."

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