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Christian Linder: «Eine Ausgangssperre muss ausgeschlossen werden»

18 октября
21:29 2020
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Christian Lindner

Foto: Christian Spicker / imago images/Christian Spicker

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Fast 30.000 neue Fälle in Frankreich

20.14 Uhr: Frankreich meldet knapp 30.000 Neuinfektionen. Die Fälle seien um 29.837 auf insgesamt 897.034 gestiegen, teilt das Gesundheitsministerium mit. Weitere 85 Personen seien an oder mit dem Virus gestorben. Die Gesamtzahl der Toten in Frankreich beträgt 33.477.

Slowakei bereitet Massentests vor

20.04 Uhr: Die Slowakei bereitet angesichts rasch steigender Infektionszahlen Massentests vor. Die Regierung genehmigt zur Organisation den Einsatz von 8000 Militärangehörigen. Ab dem 30. Oktober sollen Einwohner, die älter als zehn Jahre sind, an zwei Wochenenden getestet werden. Ob dies verpflichtend sein soll, steht noch nicht fest. Ein Pilotprogramm soll in den am stärksten betroffenen Gebieten bereits am 23. Oktober starten. Die Tests sollen von medizinischem Personal vorgenommen werden. Das Land mit seinen 5,5 Millionen Einwohnern hat bislang insgesamt 29.835 Infektionen verzeichnet. Allein im Oktober stieg die Zahl der Toten um 44 auf 92. Am Donnerstag wurden erstmals mehr als 2000 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet.

Mehr als 53.000 Neuinfektionen in den USA

19.47 Uhr: In den USA gibt es binnen eines Tages 53.157 Neuinfektionen. Damit meldet die US-Seuchenschutzbehörde CDC insgesamt knapp 8,1 Millionen Infektionen. Die Zahl der Toten steigt um 593 auf 218.511.

Christian Lindner: "Ausgangssperre muss ausgeschlossen werden"

19.45 Uhr: "Natürlich muss eine Ausgangssperre ausgeschlossen werden", fordert FDP-Chef Christian Lindner in der ARD. Es seien momentan vor allem jüngere Menschen bei den Neuinfektionen betroffen, weswegen nicht überdramatisiert werden dürfe. "Eine Ausgangssperre wäre völlig unverhältnismäßig", so Lindner. Manche Aktivitäten müssten wegen der Corona-Lage aber momentan tabu sein, beispielsweise "Massenbesäufnisse in der Partyszene von Berlin" und wilde Klub-Abende. "Das lebt von Nähe, lebt von einer dichten Atmosphäre — und genau das geht jetzt in Pandemiezeiten nicht."

Todeszahl in Europa erreicht laut AFP eine Viertelmillion

18.40 Uhr: Die Zahl der Todesopfer der Corona-Pandemie in Europa ist laut der Nachrichtenagentur AFP auf mehr als 250.000 gestiegen. Gut zwei Drittel der 250.030 Todesfälle entfielen auf die fünf am schlimmsten betroffenen Länder, berichtet AFP unter Berufung auf offizielle Angaben. Insgesamt haben sich demnach in Europa 7.366.028 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert.

In Großbritannien starben nach offiziellen Angaben 43.646 Infizierte, in Italien 36.543. Spanien verzeichnete bislang 33.775 Tote. Frankreich meldete 33.392 Sterbefälle und Russland 24.187. Allein in den vergangenen sieben Tagen wurden in Europa 8342 Corona-Todesfälle gemeldet — so viele wie seit Mitte Mai nicht mehr.

Regierungsprognose soll weitgehend Bestand haben

18.25 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier erwartet bei der demnächst anstehenden Herbstprognose keine großen Veränderungen gegenüber den bisherigen Schätzungen der Regierung. Das stehe aber unter dem Vorbehalt, dass der rasante Anstieg der Neuinfektionen gestoppt werde, sagt der CDU-Politiker in der ARD. Den bisherigen Prognosen zufolge wird die Konjunktur in Deutschland dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie um 5,8 Prozent einbrechen und 2021 dann um 4,4 Prozent wachsen.

FC Parma meldet sieben infizierte Spieler

18.06 Uhr: Beim italienischen Fußball-Erstligisten FC Parma sind am Sonntag sieben Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies teilte der norditalienische Klub mit, der am Sonntag dennoch zum Auswärtsspiel gegen Udinese Calcio antrat. Die infizierten Spieler wurden unter Heimisolation gestellt. Zwei positive Spieler wurden auch beim FC Turin gemeldet, der am Sonntag 2:3 gegen Cagliari Calcio velor.

Britischer Regierungsberater fordert dreiwöchigen Lockdown

17.55 Uhr: Großbritannien muss nach Einschätzung des Regierungsberaters Jeremy Farrar sofort einen dreiwöchigen landesweiten Lockdown verhängen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen. Die gegenwärtigen regionalen Maßnahmen seien nicht effektiv, sagt er Sky News. "Eine dreiwöchige Periode nationaler und verschärfter Beschränkungen mit der richtigen finanziellen Unterstützung wird es uns erlauben, vor dem Winter neu zu starten." So könnten die Übertragungsspirale durchbrochen, die Gesundheitsdienste geschützt, Vorbereitungen getroffen und Leben gerettet werden. Farrar gehört der Expertengruppe an, die die Regierung in Notfällen berät.

11.705 Neuinfektionen in Italien

17.50 Uhr: Italien verzeichnet 11.705 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ist erneut ein Rekordwert, wie aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Am Samstag waren noch 10.925 neue Ansteckungsfälle registriert worden. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus steigt um 69 auf insgesamt 36.543. Italien wurde im Februar als erstes europäisches Land von der Pandemie heimgesucht und hat nach Großbritannien die meisten Todesfälle in Europa zu beklagen.

Zweiter Test von Steinmeier ebenfalls negativ

17.45 Uhr: Auch ein zweiter Coronatest bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist negativ ausgefallen, wie eine Sprecherin sagt. Steinmeier hatte sich in Quarantäne begeben, nachdem ein Personenschützer positiv auf das Virus getestet worden war. Die häusliche Isolation solle aber erst nach Absprache mit dem Gesundheitsamt aufgehoben werden, sagt die Sprecherin.

Fast 17.000 Neuinfektionen in Großbritannien

17.35 Uhr: In Großbritannien haben die Gesundheitsbehörden 16.982 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Zudem seien 67 weitere Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben, teilt die Regierung mit.

Medienbericht: EU zahlt sieben Millionen Euro für Corona-App an SAP und Telekom

17.30 Uhr: Die Europäische Kommission gibt für den Aufbau einer EU-weiten Corona-Warn-Plattform nach einem Bericht der "Wirtschaftswoche" rund 13 Millionen Euro aus dem Notfallfonds ESI frei. Die Plattform soll ermöglichen, die bisher strikt getrennten nationalen Corona-Warn-Apps grenzüberschreitend zu nutzen. Sieben Millionen Euro fließen demnach bis Anfang 2021 für Entwicklung und Installation an die Konzerne SAP und Deutsche Telekom, weitere rund drei Millionen Euro sind bis Ende 2021 für die Wartung vorgesehen. Zusätzliche drei Millionen Euro liegen im Topf als Entwicklungskostenzuschüsse an EU-Länder bereit, die ihre Apps an die Warnplattform anschließen wollen.

Die Entwicklung der deutschen Corona-Warn-App und der Betrieb der Infrastruktur werden bis Ende 2021 insgesamt rund 68 Millionen Euro kosten. Beim EU-Warn-Gateway ist der Aufwand für die beiden deutschen Konzerne wesentlich geringer. Die EU betreibt den Server selbst und es wird auch kein Callcenter dazu angeboten.

Die Corona-Warn-App des Bundes wird an diesem Montag um zwei Funktionen erweitert. Zum einen können positiv-Getestete freiwillig in einer Art Tagebuch Krankheitssymptome eintragen, um die Warnung von Kontakten noch präziser umsetzen zu können. Außerdem wird die App über die Grenzen Deutschlands hinaus in einigen europäischen Ländern funktionieren. Dafür war der Aufbau des EU Federation Gateway Service (EFGS) notwendig geworden. Dieses zentrale Gateway erspart den Aufbau von bilateralen Schnittstellen zwischen den jeweiligen Mitgliedstaaten.

Die deutsche App wurde mittlerweile rund 19,6 Millionen Mal heruntergeladen. Experten gehen davon aus, dass die Anwendung von rund 16 Millionen Menschen in Deutschland aktiv genutzt wird. Zuletzt hatten sich die täglichen Downloadzahlen auf rund 100 000 verdreifacht. Die neue Version 1.5 wird am Montagmittag in den App-Stores von Apple und Google erwartet.

Parlament in Rom wird zum Corona-Hotspot

16.30 Uhr: Im Abgeordnetenhaus in Rom häufen sich die Corona-Fälle. Nach einer Zählung der Zeitung "Il Messaggero" wurden bis Samstag 20 Parlamentarier und Parlamentarierinnen der größeren der zwei Kammern in Rom positiv auf das Virus getestet. Hinzu kommen Medienberichten zufolge weitere Personen, die vorsorglich in Quarantäne sind.

Zeitungen schrieben am Sonntag unter Berufung auf Abgeordnete, dass es in der kommenden Woche keine Abstimmungen in der Kammer geben solle. Trotzdem gehe die politische Arbeit mit Debatten und Ausschusstagungen weiter, hieß es am Sonntag. "Die Demokratie darf in einem so komplizierten Moment nicht ausgesetzt werden", zitierte die Nachrichtenagentur Adnkronos am Sonntag die Politikerin Mariastella Gelmini von der Oppositionspartei Forza Italia.

80 Intensivbetten in NRW stehen für niederländische Patienten bereit

15.58 Uhr: In Nordrhein-Westfalen stehen zurzeit 80 Betten in 48 Krankenhäusern zur intensivmedizinischen Versorgung niederländischer Covid-19-Patienten bereit. Das teilte das Landesgesundheitsministerium am Sonntag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mit. "Mit Stand heute ist keines davon belegt", hieß es. In den Niederlanden greift das Coronavirus aktuell in Windeseile um sich. Die Lage in den dortigen Krankenhäusern gilt als bedrohlich. Versorgungsengpässe zwangen einige große Städte bereits, ihre Notaufnahmen zeitweilig zu schließen.

Führender Palästinenser-Vertreter Erekat zu Corona-Behandlung nach Tel-Aviv gebracht

15.55 Uhr: Der mit dem Coronavirus infizierte führende Palästinenservertreter Sajeb Erakat lässt sich wegen seines verschlechterten Gesundheitszustands in Israel behandeln. Nach Angaben seiner Familie wurde der Chefunterhändler der Palästinenser im Nahostkonflikt und Generalsekretär der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) am Sonntag per Krankenwagen in ein Krankenhaus nach Tel Aviv gebracht. Er sei in keiner guten Verfassung, sagte sein Bruder Saber Erakat der Nachrichtenagentur AFP.

Die PLO hatte bereits am 9. Oktober mitgeteilt, dass sich der unter chronischen Lungenproblemen leidende 65-Jährige wegen der Infektion eine Auszeit nehme. Erakat hatte 2017 wegen Lungenfibrose in einem US-Krankenhaus eine Transplantation erhalten; als Transplantationspatient und wegen seines Alters gehört er zur Corona-Risikogruppe.

Erakat ist einer der bekanntesten palästinensischen Politiker und ein Vertrauter von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. In den vergangenen Wochen hatte er immer wieder die Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und mehreren arabischen Golfstaaten ohne eine vorherige Lösung des Nahostkonfliktes kritisiert.

Im von Israel besetzten Westjordanland mit seinen 2,8 Millionen Einwohnern wurden bislang 42.490 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen, 381 Infizierte starben. Im von der radikalislamischen Hamas kontrollierten Gazastreifen, in dem rund zwei Millionen Palästinenser leben, meldeten die Behörden insgesamt 4.650 Infektions- und 27 Todesfälle.

Hamburg droht zum Risikogebiet zu werden

15.31 Uhr: Am Wochenende stieg die Zahl der registrierten Neuinfektionen um 293 auf insgesamt 9908, davon 131 am Samstag und 162 am Sonntag, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Der 7-Tage-Wert pro 100 000 Einwohner erhöhte sich dadurch von 44,0 auf 49,8 — und erreichte damit knapp den kritischen Wert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche. Bei einem Überschreiten dieses Werts sind weitere Verschärfungen der Corona-Regeln vorgesehen.

Hamburgs rot-grüner Senat hatte wegen der seit Wochen deutlich steigenden Infektionszahlen bereits am Samstag die Corona-Regeln erheblich verschärft. So gilt seither eine Sperrstunde. Um 23.00 Uhr müssen alle Gaststätten der Hansestadt schließen und dürfen erst wieder um 5.00 Uhr am Folgetag öffnen. In diesem Zeitraum darf auch kein Alkohol mehr verkauft werden. Zudem wurde unter anderem die Zahl der Teilnehmer an Privat- und Familienfeiern weiter eingeschränkt.

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hatte noch am Samstag via Twitter an die Menschen appelliert, sich an die Regeln zu halten. "Im Interesse der Kinder in den Kitas und Schulen, der Familien, der älteren Generation, zur Aufrechterhaltung unserer Wirtschaft, zum Schutz unser aller Gesundheit bitte ich Sie dringend: Beachten Sie die Corona-Regeln, schützen Sie sich selbst und ihre Mitmenschen!"

Übernahmeprämie für Azubis soll länger gezahlt werden

15.10 Uhr: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) will die Corona-Übernahmeprämien für Auszubildende aus insolventen Betrieben um ein halbes Jahr bis Ende 2021 verlängern. Die Prämie von 3000 Euro für kleine und mittlere Unternehmen soll dafür sorgen, dass mehr Auszubildende aus Unternehmen, die wegen der Coronakrise zahlungsunfähig werden, ihre Lehre in einem anderen Betrieb fortsetzen können.

Karliczek sagte dem "Handelsblatt" (Montag), da das Insolvenzrecht derzeit wegen der Pandemie teilweise ausgesetzt ist, sei es auch "sinnvoll, diese Ausbildungsprämien bis zum Ende des nächsten Jahres zu verlängern". "Denn erst nach dem Auslaufen der Insolvenzrecht-Sonderregelungen wird sich zeigen, wie viele Auszubildende einen neuen Ausbilder brauchen, um ihre Ausbildung sicher beenden zu können."

Die Übernahmeprämien sind Teil des Bundesprogramms "Ausbildungsplätze sichern". Danach erhalten kleine und mittlere Betriebe in diesem Ausbildungsjahr auch eine Prämie von 2000 Euro pro neuem Lehrling, wenn sie die Zahl ihrer Lehrlinge konstant halten und 3000 Euro, wenn sie sie erhöhen.

Wie viele Unternehmen davon profitieren, ist noch unklar, weil die Prämien erst nach Abschluss der Probezeit ausgezahlt werden. Insgesamt hat der Bund 500 Millionen Euro für das Corona-Ausbildungspaket bereitgestellt. Die Anträge müssen bei der Bundesagentur für Arbeit gestellt werden.

Schweiz verschärft Maßnahmen ab Montag

14.52 Uhr: Die Schweiz verschärft ihre Maßnahmen im Kampf gegen die jüngst wieder raschere Ausbreitung des Coronavirus. Von Montag an seien Versammlungen von mehr als 15 Menschen auf öffentlichen Plätzen untersagt, teilt die Regierung nach einer Sondersitzung mit. In allen öffentlichen Gebäuden müssten Mund-Nasen-Bedeckungen getragen werden. Die Pflicht, eine solche Maske im öffentlichen Personenverkehr zu tragen, wird auf Bahnhöfe, Flughäfen sowie Bus- und Straßenbahnhaltestellen ausgeweitet. Dies gilt auch für Geschäfte, Schulen, Kirchen und Kinos. Am Freitag hatte das Land, in dem 8,6 Millionen Menschen leben, mit 3105 die bislang höchste Zahl an Neuinfektionen an einem Tag gemeldet.

Etwa 150 Ordnungswidrigkeiten bei erster Sperrstunde in Hamburg

14.50 Uhr: Bei Kontrollen der angeordneten Sperrstunde ab 23.00 Uhr hat die Hamburger Polizei fast 150 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Insgesamt blieb die Nacht jedoch vergleichsweise ruhig, wie eine Polizeisprecherin am Sonntag berichtete.

Den größten Verstoß stellten Beamte im "Club 25" auf der Reeperbahn fest. Hier waren ihnen zunächst gegen 1.20 Uhr etwa 30 Menschen vor dem Eingang aufgefallen. Kurz darauf trafen sie auf eine Party mit rund 90 Menschen im Kellerbereich des Gebäudes, wie die Sprecherin weiter sagte. Die Polizeibeamten stellten aufgrund der Ordnungswidrigkeiten sämtliche Personalien fest und leiteten Verfahren ein. Die Feiernden müssen mit Bußgeldern rechnen.

Über 300 Örtlichkeiten wurden nach Angaben der Polizei in der Nacht zu Sonntag kontrolliert. Vier Betriebe mussten geschlossen werden. Auch eine Feier in einem Kleingartenverein wurde abgebrochen.

"Die Akzeptanz der Sperrstunde war im Großen und Ganzen aber sehr hoch", sagte die Sprecherin weiter. Auf St. Pauli waren ihren Angaben zufolge in der Spitze etwa zehntausend Menschen unterwegs. "Das ist deutlich weniger als sonst an Wochenenden üblich", erklärte sie.

Justizministerin Lambrecht fordert Augenmaß bei Auflagen

14.30 Uhr: Bundesjustizministerin Christine Lambrecht fordert mehr Augenmaß bei den Verboten im Kampf gegen das Coronavirus. "Bei allen Maßnahmen müssen wir stets darauf achten, dass sie gut begründet und für die Bürger nachvollziehbar sind", sagt die SPD-Politikerin der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montagsausgabe) laut Vorabbericht angesichts mehrerer Gerichtsentscheidungen, die das Beherbergungsverbot gekippt haben. "Nur so können wir die hohe Zustimmung der Bevölkerung erhalten." Lambrecht teilt zudem Forderungen von Bundestagsabgeordneten, das Parlament künftig wieder stärker einzubeziehen.

Italien beschließt Maßnahmen in Höhe von 39 Milliarden Euro

14.20 Uhr: Die italienische Regierung hat neue Maßnahmen in Höhe von 39 Milliarden Euro zur Bekämpfung der Coronakrise beschlossen. Den entsprechenden Haushaltsentwurf 2021 verabschiedete der Ministerrat am Sonntag. Es habe "noch nie in der Geschichte des Landes ein derart expansives Finanzgesetz gegeben", sagte Wirtschaftsminister Roberto Gualtieri. Mit den Mitteln sollen Corona-Maßnahmen etwa in den Bereichen Gesundheit und Bildung finanziert und die geschwächte Wirtschaft unterstützt werden.

Die geplanten Maßnahmen sollen durch zusätzliche Schulden sowie durch Mittel aus dem im Juli von der EU beschlossenen Corona-Hilfsprogramm finanziert werden. Das EU-Programm sieht insgesamt 750 Milliarden Euro für die Mitgliedstaaten zur Bekämpfung der Corona-Pandemie vor. Italien erwartet in diesem Jahr ein Staatsdefizit von 10,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, nächstes Jahr soll es auf sieben Prozent zurückgehen.

Zu den beschlossenen Maßnahmen gehört die Verlängerung von befristeten Verträgen bei rund 30.000 Ärzten und Krankenpflegern. Dafür hat die Regierung 1,4 Milliarden Euro vorgesehen. 400 Millionen Euro wurden für den Kauf von Impfstoffen eingeplant und mit 1,2 Millionen Euro sollen 25.000 Lehrer eingestellt werden. Auch die Suspendierung bestimmter Steuern und Abgaben ist vorgesehen.

Für den Gesundheitssektor sind insgesamt vier Milliarden Euro vorgesehen. "Dies ist die Richtung, in die wir gehen müssen", sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza. In der Krise sei es nötig, in "das Kostbarste zu investieren, was wir haben". Der Haushaltsentwurf soll in Kürze der Europäischen Kommission vorgelegt werden.

Ein Entlassungsstopp für Arbeitnehmer wurde indes nicht über den 1. Januar hinaus verlängert. Er gilt jedoch weiterhin für Unternehmen, die von den bis März geltenden Regelungen zur Kurzarbeit profitieren.

Irland will am Montag neue Einschränkungen beschließen

14.00 Uhr: Irland will am Montag neue Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschließen. Das sagt Bildungsminister Simon Harris dem Sender RTE. "Die Regierung wird morgen handeln." Es werde einschneidende und landesweite Maßnahmen geben, um das Virus einzugrenzen. Es werde aber nicht so ein harter Lockdown wie im Frühjahr.

Steinmeier nennt Pandemie "Nagelprobe für internationale Solidarität"

13.50 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Corona-Pandemie als eine "Nagelprobe für internationale Solidarität und weltweite Kooperation in Forschung und Politik" bezeichnet. Nirgends zeige sich dies so deutlich wie bei der Frage nach einer gerechten weltweiten Verteilung eines Impfstoffs, sagte Steinmeier in seiner am Sonntag verlesenen Rede zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an den indischen Wirtschaftswissenschaftler und Philosophen Amartya Sen in der Frankfurter Paulskirche.

Wegen seiner Corona-Quarantäne konnte Steinmeier die Rede nicht selbst halten; sie wurde von dem Schauspieler Burghart Klaußner verlesen. Auch Amartya Sen konnte nicht persönlich nach Frankfurt am Main reisen, er war aus Boston in den USA zugeschaltet. Der 1933 geborene Sen ist Träger des Wirtschaftsnobelpreises, diesen erhielt er wegen seiner grundlegenden theoretischen Beiträge zur Wohlfahrtsökonomie in Entwicklungsländern.

Steinmeier sagte über Sen, es werde mit ihm ein Mensch geehrt, "der wie kein anderer verbunden ist mit der Idee der globalen Gerechtigkeit". Die Suche nach dieser Gerechtigkeit dürfe gerade unter dem Druck der Corona-Pandemie keine Pause machen — es gebe dafür keinen besseren "Expeditionsleiter" als Sen. Er sei ein Weltbürger und eine moralische Instanz.

Steinmeier sagte, Sen schreibe an gegen die Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten dieser Welt. "Wer hätte diese Auszeichnung also mehr verdient als jemand, dessen Werk bei aller intellektuellen Brillanz vor allem eines auszeichnet: Menschlichkeit. So ehrt der Friedenspreis den Menschen Amartya Sen, und der Mensch Amartya Sen ehrt den Friedenspreis."

Der Friedenspreis wird seit 1950 vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert. Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins, nannte Sens Schriften ein geeignetes Fundament für den Aufbau einer besseren Welt nach Corona. "Sen ist ein Vordenker in Fragen der Verteilungsgerechtigkeit, als Feminist und als Weltenbürger, der der Weisheit des Ostens eine stärkere Stimme verleiht."

Sen warnte in seiner Dankesrede vor einer zunehmenden Gefährdung der Meinungsfreiheit durch autokratische Systeme. "Wenn die Redefreiheit beschnitten wird und Menschen dafür bestraft werden, dass sie ihre Meinung sagen, können wir in dem Leben, das wir führen können, schweren Schaden erleiden." Die repressiven Tendenzen in vielen Ländern würden Anlass zur Sorge geben.

Sen sagte, "die Welt ist heute mit einer Pandemie des Autoritarismus konfrontiert, die das menschliche Leben auf je unterschiedliche, aber zusammenhängende Weise in Mitleidenschaft zieht." Es sei kaum etwas dringlicher geboten als globaler Widerstand gegen den zunehmenden Autoritarismus.

Polens Ministerpräsident Morawiecki verlässt Quarantäne

13.45 Uhr: Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat seine Corona-Quarantäne beendet. Das teilte der Regierungschef am Sonntag bei Facebook mit. "Mit der Gesundheit ist zum Glück alles in Ordnung", schrieb er. Morawiecki hatte sich am Dienstag in Quarantäne begeben.

Er hatte Kontakt mit einem Covid-19-infizierten Beamten der Spezialeinheit SOP gehabt, die für den Schutz der Regierung zuständig ist. Dem EU-Gipfel in Brüssel blieb der polnische Regierungschef deshalb fern. Ein erster Coronavirus-Test Morawieckis am Dienstag war negativ ausgefallen. Angaben zu weiteren Testergebnissen gab es zunächst nicht.

Ministerpräsident Weil kündigt weitere Einschränkungen für Niedersachsen an

13.35 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil kündigt für kommende Woche weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens an. "Wir werden die Sperrstunde, wie alle anderen Ergebnisse der Berliner Konferenz, in Niedersachsen Punkt für Punkt umsetzen und im Zweifel auch in die nötigen Gerichtsverfahren gehen", sagt der SPD-Politiker der "Welt". "Aus meiner Sicht ist es jedenfalls eine hinreichend bestätigte Erfahrung, dass Alkohol zu später Stunde in geselligen Runden das Infektionsrisiko deutlich erhöht." Sperrstunden seien ein wesentlich milderes Mittel als die Schließung von Lokalen.

Agrarministerin Klöckner warnt Verbraucher vor Hamsterkäufen

13.30 Uhr: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) appelliert an die Verbraucher, trotz der steigenden Infektionszahlen keine größeren Mengen einzukaufen als sonst. "Für Hamsterkäufe gibt es keinen Grund", sagt die CDU-Politikerin der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montagsausgabe) laut Vorabbericht. "Die Lieferketten funktionieren — das gilt nach wie vor." Zu keiner Zeit in der Pandemie sei die Lebensmittelversorgung in Deutschland gefährdet gewesen. "Wer hortet, handelt nicht nur unlogisch, sondern auch unsolidarisch. Und am Ende landet vieles in der Tonne."

Hohe Strafen für Hochzeit mit 80 Gästen in Italien

12.58 Uhr: Die große Hochzeitsfeier war lange geplant, dann erließ Italiens Regierung eine Corona-Obergrenze von 30 Teilnehmern: Wegen eines Festes mit rund 80 Gästen in der Gemeinde Pontinia südlich von Rom sollen alle Beteiligten hohe Strafgelder zahlen.

Nach Medienberichten vom Wochenende rückte die Polizei vergangene Woche zu der Hochzeitsfeier in einem Restaurant in der Region Latium an. Die Beamten stoppten die Party und verteilten die Geldbußen. Den Berichten nach soll die Strafe 400 Euro pro Person betragen. Wer das Geld innerhalb weniger Tage zahlt, kann den Betrag etwas senken. Die Region sprach von einem "unverantwortlichen" Verhalten.

Seit vergangenen Mittwoch sind Partys in Italien grundsätzlich verboten. Nur Feierlichkeiten wie Hochzeiten dürfen stattfinden — aber mit höchstens 30 Teilnehmern, wie die Regierung in Rom festlegte. Grund sind die stark steigenden Corona-Zahlen in dem Mittelmeerland mit seinen 60 Millionen Einwohnern. Italien registrierte am Samstag fast 11.000 Neuinfektionen mit Corona innerhalb von 24 Stunden. Die Regierung wollte am Sonntag weitere Verschärfungen im Kampf gegen die Viruskrankheit beschließen.

Erstes Aida-Kreuzfahrtschiff wieder auf Tour

12.33 Uhr: Die Rostocker Kreuzfahrtreederei Aida Cruises hat nach coronabedingt siebenmonatiger Unterbrechung das Reisegeschäft wieder aufgenommen. Wie Aida-Sprecher Hansjörg Kunze mitteilte, legte die "Aidablu" am späten Samstagabend im italienischen Civitavecchia zu einer siebentägigen Kreuzfahrt entlang der Westküste bis Sizilien und zurück ab. Landgänge seien unter anderem in Neapel, Palermo und Rom geplant.

Aufgrund der Corona-Schutzvorkehrungen sei das Schiff mit 1000 Passagieren und damit weniger als zur Hälfte belegt. Die Reise stehe bis Mitte Dezember noch mehrmals auf dem Programm, die Nachfrage sei groß. Anfang November solle eine Tour mit der "Aidamar" rund um die Kanarischen Inseln starten.

Im März hatte Aida Cruises wie die anderen Kreuzfahrt-Gesellschaften die Reisen auf seinen 14 Schiffen eingestellt. Michael Thamm, Chef der Costa Gruppe, zu der Costa Crociere und Aida Cruises gehören, bezifferte die Verluste für sein Unternehmen auf 1,5 Milliarden Euro. Der deutsche Geschäftsführer des internationalen Branchenverbands Clia, Helge Grammerstorf, schätzt die Verluste der gesamten Branche auf einen zweistelligen Milliardenbetrag.

Neue Kontaktbeschränkungen in Berlin möglich

12.32 Uhr: Im Kampf gegen die rasante Ausbreitung des Coronavirus ist in Berlin eine drastische Verschärfung der Kontaktbeschränkungen im Gespräch. Nach Informationen des "Tagesspiegels" sieht ein Entwurf der neuen Infektionsverordnung vor, dass sich ab nächster Woche maximal fünf Menschen gemeinsam im öffentlichen Raum aufhalten dürfen — oder mehrere Angehörige zweier Haushalte. Ausgenommen davon seien sportliche Aktivitäten. Bislang galt die Fünf-Personen-Begrenzung zeitlich zwischen 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr.

Beschlossen ist das aber noch nicht, die neuen Regeln stehen am Dienstag beim Berliner Senat auf der Agenda. Weder die Senatskanzlei noch die Gesundheitsverwaltung äußerten sich am Samstag zu dem Papier. Laut dem Entwurf solle eine Maskenpflicht auf Märkten und anderen belebten öffentlichen Plätzen eingeführt werden, berichtete der "Tagesspiegel".

Baden-Württembergs Innenminister negativ getestet

12.30 Uhr: Nach dem Kontakt mit einem infizierten Personenschützer ist Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) negativ auf das Coronavirus getestet worden. Das sagte ein Sprecher am Sonntag. Strobl bleibe aber vorerst in der Quarantäne. Er sei zu Hause voll arbeitsfähig. Über das weitere Vorgehen, inwieweit weitere Tests und Quarantänemaßnahmen notwendig seien, werde nun mit den Ärzten beraten. Strobl hatte sich in Quarantäne begeben und alle Termine abgesagt, nachdem ein Personenschützer, der mit ihm zusammen im Auto unterwegs war, positiv getestet worden war.

Grüne: Berliner Clubs zu Unrecht Sündenböcke in der Pandemie

12.29 Uhr: In den Berliner Clubs ist seit den Lockerungen der Corona-Kontaktbeschränkungen im Juli ein Ausbruch mit acht Virus-Fällen innerhalb eines Clubs bekannt geworden. Das geht aus den Antworten der Gesundheitsverwaltung vom 14. Oktober auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen hervor. Zudem gab es demnach vier Ausbrüche in Bars mit insgesamt 62 Fällen. Bei privat veranstalteten Partys wurden sechs Ausbrüche mit insgesamt 87 Fällen registriert.

Die Grünen sehen die Clubs vor diesem Hintergrund zu Unrecht als Verantwortliche für die steigenden Corona-Infektionszahlen abgestempelt. Zudem kritisierten sie, es zeige sich, dass die Datenlage dünn sei und keine Informationen vorlägen, ob es um Indoor-Veranstaltungen gehe oder sich um Open-Air-Partys handele.

Georg P. Kössler, clubpolitischer Sprecher, und Catherina Pieroth, Sprecherin für Gesundheitspolitik, erklärten: "Es scheint, als wurden hier Clubkultur und junge Menschen zu Sündenböcken gemacht, ohne dass die Datenlage das hergibt." Das spalte die Gesellschaft und helfe niemandem. "Stattdessen hätte man schon früher gegensteuern müssen, um das breite Infektionsgeschehen zu verhindern, das wir jetzt beobachten."

Münchner Polizei stoppt mehrere Partys

12.20 Uhr: Die Münchner Polizei hat am Wochenende wegen Verstößen gegen die neuen Corona-Regeln mehrere Partys aufgelöst. Darunter waren größere Feiern mit um die 50 Teilnehmern, aber auch eine Party mit acht Teilnehmern, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. In allen Fällen mussten die Partygäste die Feiern verlassen, außerdem erhielten sie Anzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz.

München ist Corona-Risikogebiet, weshalb sich dort nach den neuen verschärften Kontaktbeschränkungen maximal fünf Menschen oder Menschen aus zwei Hausständen zu privaten Feiern treffen dürfen. Bei den aufgelösten Feiern gab es jeweils vorher Alarmierungen durch Zeugen. Die Party mit acht Gästen im Alter von 20 bis 31 Jahren fand in einer Wohnung statt und fiel durch laute Musik auf. Auch eine andere Party mit neun Gästen fiel durch laute Musik auf, die 24 bis 27 Jahre alten Gäste erhielten ebenfalls Anzeigen.

Außerdem lösten fünf Streifenbesatzungen zwei Feiern in einem Hotel in der Innenstadt mit 19 und 14 Gästen auf. In einem anderen Innenstadthotel feierten 53 Menschen ohne Maske und den vorgeschriebenen Abstand in den Kellerräumen des Hotels, auch sie erhielten Anzeigen.

Altmaier will Gastronomie helfen — Zuschüsse für Heißstrahler und Außenzelte

12.10 Uhr: Das Bundeswirtschaftsministerium will der Gastronomie in den Wintermonaten gezielt unter die Arme greifen. Mit den Überbrückungshilfen für die Monate September bis Dezember können sich Betriebe dann Sonderkosten teilweise erstatten lassen, mit denen Geschäftsaktivitäten nach außen verlagert werden. "Außengastronomie wird in den Wintermonaten zunehmend eine Rolle spielen und kann eine Möglichkeit sein, den Betrieb trotz steigender Corona-Infektionszahlen aufrechtzuerhalten", teilte das Ministerium auf Anfrage mit. "Damit kann die Anschaffung von Außenzelten, Wärmestrahlern etc. künftig bezuschusst werden. Schon bisher fördern wir mit der Überbrückungshilfe die Umsetzung von Hygienemaßnahmen, zum Beispiel Desinfektionsmittel und Luftfilteranlagen."

Die Überbrückungshilfen, mit denen die Fixkosten von Corona-geplagten Unternehmen aufgefangen werden sollen, richten sich an kleine und mittlere Unternehmen. Knapp 25 Milliarden Euro stehen dafür zur Verfügung. Davon ist aber nur ein Bruchteil bislang ausgezahlt. Kritiker bemängeln das komplizierte Verfahren, um an die Gelder zu kommen.

Laut Wirtschaftsministerium wurden Anträge im Volumen von 1,6 Milliarden Euro gestellt, 1,1 Milliarden davon bisher bewilligt. 60 Prozent der Anträge entfallen auf drei Branchen, die besonders stark von der Pandemie betroffen sind — das Hotel- und Gaststättengewerbe, die Reisebranche und Veranstalter.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will die Überbrückungshilfen ins Jahr 2021 hinein verlängern. "Das Land würde ärmer, wenn alle Eckkneipen oder Restaurants mit individueller Küche verschwänden. Wir werden die Hilfen nicht nur verlängern, sondern dafür sorgen, dass besonders Betroffene mehr und gezieltere Hilfe erhalten als bisher", sagte der CDU-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Durch verbesserte Abschreibungen und Hilfe bei Krediten, Stornierungen oder Renovierungen. Einzelheiten werden gerade in der Bundesregierung und mit den Ländern geklärt."

Drei Kommunen in NRW um das Doppelte über höchster Warnschwelle

12.00 Uhr: In Nordrhein-Westfalen überschreiten immer mehr Kommunen die Corona-Warnschwellen. In drei Kommunen lagen die Infektionsquoten nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag sogar schon um das Doppelte über dem Grenzwert, der die bislang schärfsten Einschränkungen im öffentlichen und privaten Leben vorsieht: Herne (111,2), Solingen (109,9) und Wuppertal (103,1).

Bei 50 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gilt in NRW seit dem Wochenende eine Sperrstunde in der Gastronomie und ein Alkoholverkaufsverbot bis 6.00 Uhr morgens.

Auch Düren sprang am Wochenende nach Angaben des Kreises über die 50er-Schwelle (67,6). Gütersloh (49,6) und der Rhein-Erft-Kreis (49,1) standen am Sonntagvormittag kurz davor.

Sloweniens Gesundheitsamt stellt Kontaktnachverfolgungen ein

11.30 Uhr: Wegen der rasch steigenden Zahl von Infektionen mit dem Coronavirus hat das slowenische Gesundheitsamt am Samstag die Nachverfolgung der Kontakte von positiv getesteten Menschen eingestellt. Man sei nicht mehr in der Lage, die große Zahl der Fälle zu bewältigen, hieß es. Positiv Getestete werden aber weiterhin vom Gesundheitsamt über ihre Infektion informiert. Zugleich erhalten sie die Anweisung, in Quarantäne zu gehen und ihre relevanten Kontakte selbstständig zu informieren.

Im EU-Land Slowenien wurden am Sonntag 726 und am Vortag 897 Neuinfektionen mit dem Coronavirus bekannt. Damit hat sich die Zahl der aktiven Fälle in dem Zwei-Millionen-Einwohner-Land binnen einer Woche nahezu verdoppelt. Die Zahl der Infizierten der letzten 14 Tage pro 100.000 Einwohner wurde am Sonntag mit 317 angegeben.

Erstes Aida-Kreuzfahrtschiff wieder auf Tour

11.00 Uhr: Die Rostocker Kreuzfahrtreederei Aida Cruises hat nach Corona-bedingter, siebenmonatiger Unterbrechung das Reisegeschäft wieder aufgenommen. Wie Aida-Sprecher Hansjörg Kunze mitteilte, legte die "Aidablu" am späten Samstagabend im italienischen Civitavecchia zu einer siebentägigen Kreuzfahrt entlang der Westküste bis Sizilien und zurück ab. Landgänge seien unter anderem in Neapel, Palermo und Rom geplant.

Aufgrund der Corona-Schutzvorkehrungen sei das Schiff mit 1000 Passagieren und damit weniger als zur Hälfte belegt. Die Reise stehe bis Mitte Dezember noch mehrmals auf dem Programm, die Nachfrage sei groß. Anfang November solle eine Tour mit der "Aidamar" rund um die Kanarischen Inseln starten.

Kunze verwies auf das von der Reederei zusammen mit den Behörden entwickelte Corona-Sicherheitspaket. So sei ein Covid-19-PCR-Test mit negativem Testergebnis, welcher nicht älter als drei Tage sein dürfe, Voraussetzung für den Reiseantritt. Vor dem Einstieg erfolge eine kontaktlose Temperaturmessung. Bei Gästen, die sich vor Reisebeginn in einem Corona-Risikogebiet aufhielten, werde im Hafenterminal ein weiterer Covid-19-Test gemacht. In den Bordrestaurants würden die gleichen Sicherheitsstandards wie an Land gelten. Bei Landgängen blieben die Passagiere zusammen. Wer sich von der Gruppe entferne, dem könne der Zugang zum Schiff verwehrt werden, erklärte Kunze.

Im März hatte Aida Cruises wie die anderen Kreuzfahrtgesellschaften die Reisen auf seinen 14 Schiffen eingestellt. Michael Thamm, Chef der Costa Gruppe, zu der Costa Crociere und Aida Cruises gehören, bezifferte die Verluste für sein Unternehmen auf 1,5 Milliarden Euro. Der deutsche Geschäftsführer des internationalen Branchenverbands Clia, Helge Grammerstorf, schätzt die Verluste der gesamten Branche auf einen zweistelligen Milliardenbetrag.

Beherbungsverbot gilt nur noch in wenigen Ländern

10.55 Uhr: Das umstrittene Beherbergungsverbot für Reisende aus innerdeutschen Risikogebieten gilt derzeit nur noch in wenigen Bundesländern.

Diese Länder setzten die Regelung gar nicht erst um:

  • Nordrhein-Westfalen

  • Rheinland-Pfalz

  • Thüringen

  • Berlin

  • Bremen

In diesen Ländern wurde die Regelung gekippt:

  • Baden-Württemberg

  • Niedersachsen

  • Brandeburg

  • Saarland

  • Sachsen

  • Bayern

  • voraussichtlich Hessen (in Hessen will das Kabinett dazu am Montag beraten)

In diesen Ländern hat die Regelung Bestand:

  • Hamburg

  • Sachsen-Anhalt

  • Schleswig-Holstein

  • Mecklenburg-Vorpommern

Zusätzliche Corona-Hilfen für Holocaust-Überlebende vereinbart

10.48 Uhr: Holocaust-Überlebende sollen wegen ihrer Belastungen durch die Corona-Pandemie zusätzliche Hilfen von der Bundesregierung bekommen. Die Mittel von insgesamt mehr als einer halben Milliarde Euro sollen zum Teil noch dieses Jahr bereitgestellt werden, wie das Bundesfinanzministerium am Samstag in Berlin auf Anfrage mitteilte. Eine entsprechende Vereinbarung sei mit der jüdischen Claims Conference getroffen worden, die sich für die Entschädigung von Holocaust-Überlebenden weltweit einsetzt.

Vereinbart wurde demnach eine pandemiebedingte Sonderzahlung von 2400 Euro über einen Zeitraum von zwei Jahren für diejenigen NS-Opfer, die bislang lediglich eine Einmalzahlung aus dem Härtefallfonds erhielten. Damit könnten weltweit nun etwa 240.000 Berechtigte einen entsprechenden Antrag bei der Claims Conference stellen. Damit könnten insgesamt über eine halbe Milliarde Euro bereitgestellt werden.

Zudem wurde vereinbart, die Mittel für das bereits im März vereinbarte Homecare-Programm für Hilfen und Pflege in der häuslichen Wohnumgebung für das kommende Jahr um 30 Millionen auf dann 554 Millionen Euro aufzustocken. Damit sollen die Pflegeagenturen vor Ort in die Lage versetzt werden, "kurzfristig passende Hilfen zu schaffen, um in der aktuellen kritischen Lage den Überlebenden bestmöglich helfen zu können". Der Bundestag muss den Vereinbarungen noch zustimmen.

Das Finanzministerium verweist darauf, dass die Corona-Pandemie auch Überlebende der NS-Diktatur "in besonders harter Weise trifft". Deutschland stehe mit den Hilfen auch in Zeiten der Coronakrise "in besonderer Weise zu seiner historischen Verantwortung für die durch das NS-Unrechtsregime verfolgten Menschen". Der Bundesregierung sei dabei bewusst, "dass das unermessliche Leid, das den überlebenden Opfern von NS-Unrecht zugefügt wurde, nicht durch Geld oder andere Leistungen aufgewogen werden kann", betonte das Ministerium.

Finnische Regierungschefin Marin testet negativ

10.35 Uhr: Nach ihrem frühzeitigen Verlassen des EU-Gipfels in Brüssel ist Finnlands Ministerpräsidentin Sanna Marin negativ auf das Coronavirus getestet worden. Ein Ende ihrer freiwilligen Quarantäne bedeutet das jedoch nicht: Erst wenn auch ein weiterer Test am Montag negativ ausfalle, werde sie die Zeit der Selbstisolation beenden, teilte die finnische Regierung am Samstag mit.

Marin war am Freitag direkt nach ihrer Rückkehr aus Brüssel auf das Virus getestet worden. Die 34 Jahre alte Finnin hatte den EU-Gipfel zuvor sicherheitshalber vorzeitig verlassen, nachdem ein Corona-Fall in ihrer Umgebung bekannt geworden war. Sie hatte am Mittwoch dieselbe Veranstaltung wie der Abgeordnete Tom Packalén besucht, der am Freitag mitgeteilt hatte, dass er positiv auf Corona getestet worden sei.

Malta verschärft Maskenpflicht

10.25 Uhr: Nach einer langen Phase mit niedrigen Infektionszahlen erlebt Malta eine rasante Ausbreitung des Coronavirus. Die Regierung in Valletta verschärfte deshalb die Maskenpflicht. Der Mund-Nasen-Schutz ist in dem kleinen EU-Land nun auch im Freien Pflicht. Außerdem gilt für alle Bars ab Montag eine Sperrstunde um 23 Uhr, wie die Regierung in Valletta am Freitag beschloss.

Am Samstag meldeten die Behörden in dem Inselstaat mit rund einer halben Million Einwohnern den Rekordwert von 204 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Am Vortag waren es 122 gewesen. Die Gesamtzahl der Fälle stieg auf knapp 4500. Es gab bisher 45 Covid-19-Tote.

Ärzte und Krankenschwestern warnten nach Angaben der Zeitung "Malta Today" vom Samstag vor einem Zusammenbruch des medizinischen Systems, wenn der Anstieg nicht gebremst werde. Premierminister Robert Abela forderte eine strengere Durchsetzung der Corona-Vorschriften. Bisher waren Schutzmasken in Malta nur in öffentlichen Gebäuden, Läden und Bussen vorgeschrieben gewesen.

Stabil hohe Zustimmung für Krisenmanagement der Regierung

10.20 Uhr: Eine große Mehrheit der Bundesbürger ist laut einer Umfrage weiterhin mit dem Corona-Management der Bundesregierung zufrieden. 68 Prozent bewerten das Agieren als eher gut, nur 27 Prozent als eher schlecht, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar für die "Bild am Sonntag" ergab. Vier Prozent gaben an, keine Meinung zu haben.

Damit blieben die Werte im Vergleich zum Lockdown im März nahezu unverändert — auch damals nannten 68 Prozent das Corona-Management eher gut, 26 Prozent fanden es eher schlecht.

Eine sehr deutliche Zustimmung findet die auf stark besuchte öffentliche Orte in Risikogebieten ausgeweitete Maskenpflicht. Dies halten 89 Prozent für richtig. Die Beschränkung für private Feiern auf zehn Teilnehmer aus maximal zwei unterschiedlichen Haushalten finden 74 Prozent richtig und 22 Prozent falsch. Eine Sperrstunde in der Gastronomie und ein generelles Ausgabeverbot von Alkohol ab 23 Uhr in Risikogebieten befürworteten 70 Prozent für Corona-Hotspots.

Kantar befragte am Donnerstag insgesamt 500 Menschen für die Umfrage.

Schwimm-DM in Berlin abgesagt

10.15 Uhr: Das steigende Corona-Risiko und drastisch gesunkene Meldezahlen haben zu einer Absage der Schwimm-DM in Berlin geführt. Die Titelkämpfe, die eigentlich "als Zeichen des Aufbruchs und Rückkehr zur Normalität" dienen sollten, wurden am Samstag ersatzlos gestrichen. Geplant war die DM für den Zeitraum vom 29. Oktober bis 1. November.

"Angesichts der aktuellen Unsicherheiten ist mir Vorsicht definitiv lieber als Nachsicht", sagte Doppelweltmeister Florian Wellbrock. "Denn eine Ansteckung könnte mehr kosten als meinen Olympiatraum", betonte er.

"Der Schutz der Gesundheit stand stets im absoluten Mittelpunkt unserer Überlegungen. Angesichts der aktuellen Entwicklungen mit deutschlandweit rasant steigenden Infektionszahlen, den damit verbundenen Unsicherheiten und den eindringlichen Appellen der Bundesregierung sehen wir uns veranlasst, die DM 2020 abzusagen", sagte Leistungssportdirektor Thomas Kurschilgen vom Deutschen Schwimm-Verband (DSV). Ursprünglich waren die Titelkämpfe schon für April vorgesehen gewesen.

Die Vorsicht spiegelte sich auch in den Meldezahlen wider. Laut DSV war bis zum Meldeschluss am Donnerstag ein deutlich reduziertes Teilnehmerfeld angekündigt, das "nicht annähernd" den Zahlen der Vorjahre entsprochen hätte. "Auch unter diesen Umständen ist der Charakter einer deutschen Meisterschaft, bei der die besten Sportler und Sportlerinnen an den Start gehen sollten, nicht mehr gewährleistet", sagte Kurschilgen.

15.099 Neuinfektionen in Russland

09.40 Uhr: Russland verzeichnet 15.099 bestätigte Corona-Neuinfektionen, wie die Behörden mitteilen. 185 weitere Menschen seien im Zusammenhang mit der Pandemie gestorben.

Studie: Coronavirus überlebt fünfmal so lange auf der Haut wie Grippevirus

09.00 Uhr: Das Coronavirus kann laut einer Studie japanischer Forscher fünfmal so lange auf der menschlichen Haut überleben wie das Grippevirus. Der in der Fachzeitschrift "Clinical Infectious Diseases" veröffentlichten Studie zufolge bleibt das Virus Sars-CoV-2 bis zu neun Stunden aktiv, während das die Grippe auslösende Influenza-A-Virus nur 1,8 Stunden überlebt.

Das Risiko einer Infektion könne durch regelmäßiges und gründliches Händewaschen, wie es auch von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlen wird, reduziert werden, schreiben die Forscher. Sowohl das Coronavirus als auch das Grippevirus könnten zudem innerhalb von 15 Sekunden durch Ethanol, wie es in Handdesinfektionsmitteln enthalten ist, abgetötet werden.

Erste Lockdown-Lockerungen in Israel

08.43 Uhr: Nach einem Monat Corona-Lockdown treten in Israel am Sonntag erste Lockerungen in Kraft. Kindergärten und Vorschulen öffneten zu Beginn der israelischen Arbeitswoche ihre Tore für Hunderttausende Kinder im Alter von bis zu sechs Jahren. Auch Einrichtungen ohne Publikumsverkehr dürfen ihre Arbeit wieder aufnehmen. Die Auflage, dass Bürger sich nicht weiter als einen Kilometer von ihrem Zuhause entfernen dürfen, wurde aufgehoben.

Auch Naturparks und Strände können wieder besucht werden. Restaurants dürfen Mahlzeiten zur Abholung verkaufen. Die Klagemauer, die Grabeskirche sowie der Tempelberg in Jerusalem sollen unter Auflagen für Besucher zugänglich sein. Es gelten jedoch weiterhin Versammlungsbeschränkungen.

Nach einem glimpflichen Verlauf zu Beginn der Pandemie waren die Corona-Infektionszahlen in Israel nach ersten Lockerungen im Mai dramatisch angestiegen. Ein seit dem 18. September geltender zweiter landesweiter Lockdown ließ die Zahlen dann wieder deutlich sinken. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen konnte von mehr als 9000 am 30. September auf unter 2000 gedrückt werden.

Städtebund ruft Kommunen zur Aussetzung des Heizpilz-Verbots auf

07.37 Uhr: Der Deutsche Städte- und Gemeindebund spricht sich zur Unterstützung der Gastronomie in der Coronakrise für eine befristete Aufhebung des Heizpilz-Verbots aus. "Wir wissen alle, dass die Ansteckungsgefahr im Freien weniger groß ist als in geschlossenen Räumen", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem "Handelsblatt". "Deswegen sollten die Kommunen, die bisher aus Umweltschutzgründen ein Heizpilz-Verbot verordnet haben, dies zumindest jetzt vorübergehend aussetzen."

Dies sei nicht nur eine Chance für die Menschen, sich im Freien aufzuhalten, sondern auch ein "wirtschaftlich wichtiger Aspekt" für die Gastwirtschaft, fügte Landsberg hinzu. Angesichts steigender Infektionszahlen werde die Lage der Gaststätten immer schwieriger, betonte Landsberg. "Deswegen plädieren wir auch dafür, den Gaststätten unentgeltlich mehr Freiräume im öffentlichen Raum zur Verfügung zu stellen, um die notwendigen Abstände zwischen den Tischen zu ermöglichen."

Auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hatte für eine Rückkehr der Heizpilze plädiert, damit in der kühleren Jahreszeit viele Gäste in den Außenbereichen bewirtet werden können. Bei Umweltschützern stößt die Forderung aber auf scharfe Kritik. Vielerorts sind die Gasheizstrahler aus Klimaschutzgründen verboten.

5587 neue Corona-Fälle in Deutschland

07.23 Uhr: Seit Beginn der Coronakrise haben sich insgesamt 361.974 Menschen in Deutschland mit Sars-CoV-2 infiziert. Am frühen Sonntagmorgen wurden vom RKI 5587 neue Fälle gemeldet.

Polizeigewerkschaften berichten von mehr Einsätzen wegen Streit über Corona-Regeln

05.00 Uhr: Die Auseinandersetzungen über geltende Corona-Regeln in Deutschland werden nach Ansicht der Polizeigewerkschaften immer aggressiver geführt. "Nach wie vor gibt es immer noch eine hohe Akzeptanz für die Corona-Regeln, aber wir spüren auch, dass die Stimmung beginnt, aggressiver zu werden — zum Beispiel wenn wir als Polizei die Maßnahmen durchsetzen wollen", sagte der Vize-Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, der Deutschen Presse-Agentur. "Da kommt es dann zu Widerstand. Das fängt an mit Beleidigungen, dann wird gepöbelt, gespuckt, angehustet. Das alles erleben unsere Kolleginnen und Kollegen in dieser Pandemie."

Die Einsätze gingen nicht nur von sogenannten Maskenverweigerern aus. Auch Bürger, die geschützt werden wollen, hätten zuletzt ihre Schutzrechte stärker und zum Teil auch aggressiver eingefordert und zum Beispiel Maskenverweigerer auf ihr Fehlverhalten hingewiesen. "Daher kommt es nun insgesamt mehr zu solchen Einsätzen", sagte Radek — mit Zahlen belegen ließe sich dieser Trend aber nicht.

Auch der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, weist darauf hin, dass es für solche Übergriffe keine Statistiken gebe. "Aber es gibt immer mehr Berichte aus der Belegschaft der Polizei, dass die Akzeptanz der Corona-Regeln insgesamt abgenommen hat und zunehmend offen und aggressiv gegen Einsatzkräfte vorgegangen wird, die die Einhaltung der Vorschriften kontrollieren und durchsetzen sollen."

Vor allem die Maskenpflicht und das Abstandsgebot sorgen laut den Polizeigewerkschaften immer wieder für Streit. Die Maskenpflicht wurde im April von den ersten Ländern im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel eingeführt. Zuletzt wurde sie zum Teil auch auf andere öffentliche Bereiche mit Menschenansammlungen ausgeweitet.

Söder unterstützt Corona-Appell von Merkel

02.01 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekommt für ihren eindringlichen Appell an die Bevölkerung zur Verringerung von Kontakten Unterstützung. "Die Lage ist ernst. Wenn wir nicht rasch gegensteuern, gerät Corona außer Kontrolle", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) der "Bild am Sonntag". Wer zögere, riskiere einen zweiten Lockdown. "Nie waren Umsicht, Vorsicht und Solidarität so wichtig wie jetzt", sagte Söder.

Lauterbach: Steigen die Zahlen so weiter, kommen lokale Shutdowns

01.00 Uhr: Bei einer weiterhin so schnellen Ausbreitung des Coronavirus rechnet SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach mit lokalen Shutdowns in Deutschland. "Es ist ganz simpel. Der R-Wert liegt bei etwa 1,3. Wenn wir den nicht runterbekommen, steigen die täglichen Fallzahlen innerhalb kürzester Zeit so stark an, dass die Kliniken und Gesundheitsämter überlaufen werden. Dann kommen lokale Shutdowns", sagte der Mediziner den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die auch R-Wert genannte Reproduktionszahl gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter ansteckt. Laut Lagebericht des Robert Koch-Instituts von Samstagabend lag der R-Wert bei 1,40.

"Das exponentielle Wachstum hat eine solche Kraft — da würde jedem einleuchten, dass nichts mehr stattfinden kann", so Lauterbach weiter. "Dann würde auch die Wirtschaft einbrechen." Im Kampf gegen das Virus zählt der Politiker auf das Verhalten der Menschen — weniger auf die Eindämmungsmaßnahmen: "Es wird darauf ankommen, wie sich die Bevölkerung verhält. Das ist wichtiger als einzelne Maßnahmen. Viele Auflagen lassen sich ohnehin schwer überprüfen."

Bericht: Mehr als halbe Milliarde Euro Soforthilfen zurückgezahlt

00.43 Uhr: Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmer haben Corona-Soforthilfen in Höhe von mehr als einer halben Milliarde Euro an den Staat zurückgezahlt. Das ergab eine Nachfrage der Zeitung "Welt am Sonntag" bei den Bundesländern.

Demnach gaben Soforthilfe-Empfänger bis zum 30. September mehr als 560 Millionen Euro ungerechtfertigt gezahlter Zuschüsse zurück. Auf den ersten drei Plätzen liegen Nordrhein-Westfalen mit 170 Millionen Euro, Berlin mit 143 Millionen Euro und Bayern mit 107 Millionen Euro. Die Angaben beziehen sich sowohl auf das Soforthilfeprogramm des Bundes als auch auf die entsprechenden Programme der Länder. 13 Bundesländer machten Angaben.

Allein in den Topf des Bundes seien bis Ende September 305 Millionen Euro zurückgeflossen, berichtet die "Welt am Sonntag" unter Verweis auf Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums. 13,8 Milliarden Euro wurden im Rahmen des Bundesprogramms bislang insgesamt an Antragssteller verteilt. Das Programm ist am 31. Mai ausgelaufen, daher gibt es nur noch geringe Änderungen bei den Antrags- und Bewilligungszahlen.

New York geht gegen Hochzeit mit mehr als 10.000 Teilnehmern vor

00.30 Uhr: New Yorker Behörden gehen gegen eine geplante Hochzeit mit möglicherweise mehr als 10.000 Teilnehmern vor. "Es war eine große Hochzeit geplant, die die Versammlungsregeln verletzt hätte", sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Samstag.

Einer Mitarbeiterin zufolge habe eine Untersuchung herausgefunden, dass die Feier am Montag im Viertel Williamsburg in Brooklyn stattfinden sollte. Die Veranstaltung sei per Verfügung ausdrücklich untersagt worden. Die städtischen Behörden seien alarmiert, so Cuomo. "Ich bin sicher, die haben Leute, die das beobachten."

Kretschmer will Einbindung der Bundeswehr in Gesundheitsämter

00.15 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer fordert im Kampf gegen das Coronavirus eine stärkere Unterstützung durch die Bundeswehr in den Gesundheitsämtern. "Wir sind in der exponentiellen Phase", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag". "Wir müssen damit rechnen, dass sich die Zahl der Neuinfektionen im Drei- oder Vier-Tages-Rhythmus verdoppelt. Das bringt die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Kontakten positiv getesteter Fälle an ihre Grenzen und wir können die Infektionsketten nicht mehr unterbrechen."

Laut Kretschmer müssen die Gesundheitsämter dringend personell aufgerüstet werden. "Da muss die Bundeswehr stärker eingebunden und Mitarbeiter aus den Landesministerien abgeordnet werden. Die Polizei muss den Ordnungsämtern bei der Kontrolle der Maßnahmen helfen."

Umfrage: Zwei Drittel bezeichnen Corona-Management als "eher gut"

00.05 Uhr: Mit dem Corona-Management der Bundesregierung sind einer Umfrage zufolge mehr als zwei Drittel der Menschen zufrieden. 68 Prozent der Befragten beurteilten die Führung in einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Auftrag von "Bild am Sonntag" als "eher gut". Für 27 Prozent ist sie "eher schlecht". 4 Prozent antworteten mit "weiß nicht".

Die Ausweitung der Maskenpflicht auf alle öffentlichen Orte in Risikogebieten, in denen nicht konsequent Abstand gehalten werden kann, finden 89 Prozent der Befragten richtig, 10 Prozent falsch und 1 Prozent antwortete "weiß nicht". Die in Risikogebieten geltende Beschränkung für private Feiern auf zehn Teilnehmer aus maximal zwei unterschiedlichen Haushalten finden 74 Prozent richtig und 22 Prozent falsch. 4 Prozent antworteten "weiß nicht".

Eine Sperrstunde in der Gastronomie und ein generelles Ausgabeverbot von Alkohol ab 23 Uhr in Risikogebieten befürworten 70 Prozent. 27 Prozent lehnen diese Maßnahmen ab, drei Prozent antworteten mit "weiß nicht".

Medienbericht: Fünfstellige Kosten bei Covid-19-Behandlungen mit Beatmung

00.01 Uhr: Wenn Covid-19-Erkrankte im Krankenhaus beatmet werden müssen, fallen einem Medienbericht zufolge nach Krankenkassen-Daten durchschnittliche Kosten von mehreren Zehntausend Euro pro Fall an. Die "Welt am Sonntag" berief sich auf Zahlen der AOK und der Barmer Ersatzkasse zu Krankenhaus-Behandlungen von Covid-19-Fällen — also Erkrankungen infolge einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus.

Eine Auswertung der Daten der AOK-Versicherten ergab demnach, dass eine stationäre Behandlung einer Covid-19 Erkrankung im Schnitt 10.700 Euro kostet. "Unsere Daten zeigen aber auch, dass Covid-19-Erkrankte, die im Krankenhaus beatmet werden müssen, aufgrund der zum Teil schweren Krankheitsverläufe durchschnittlich Fallkosten von 38.500 Euro verursachen", sagte Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbands, der Zeitung. Die Abweichungen könnten im Einzelfall beträchtlich sein. So fallen die zehn Prozent der beatmungspflichtigen Patienten mit den höchsten Kosten dem Bericht zufolge mit mehr als 85.000 Euro zu Buche.

Die Barmer Ersatzkasse nannte laut "Welt am Sonntag" für Fälle mit Beatmung Kosten von 31.700 Euro. Für Covid-19-Erkrankte, die im Krankenhaus behandelt werden, aber nicht beatmet werden müssen, betrugen die durchschnittlichen Kosten demnach 6900 Euro.

Mehr als 24.000 Neuinfektionen in Brasilien

00.00 Uhr: In Brasilien haben die Behörden in den vergangenen 24 Stunden 24.062 neue Infektionen erfasst. Damit steigt die Zahl der Menschen, die sich mit dem Virus angesteckt haben, auf 5.224.362. die Zahl der Corona-Toten erhöht sich um 461 auf 153.675.

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